Invasive Ameise in Baden-Württemberg

Tapinoma magnum: Wie groß ist die Gefahr durch Baumärkte?

Die Ameisenart wurde bereits an zahlreichen Orten in Baden-Württemberg festgestellt. Ein Insektenkundler schätzt ein, wo das größte Verbreitungsrisiko besteht.

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Von Autor/in Hannah Fritsch

In rund 50 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg ist die große Drüsenameise mit dem Namen "Tapinoma magnum" bereits entdeckt worden. Darunter in Karlsruhe, Kehl (Ortenaukreis) und Esslingen. Die aus dem Mittelmeerraum eingeschleppte Ameisenart breitet sich rasch aus und hinterlässt heftige Schäden: Sie frisst sich unter anderem durch Stromkabel, legt Internetverbindungen lahm und verbreitet sich in Wohnhäusern - und das mit rasanter Geschwindigkeit. Denn Tapinoma magnum bildet Superkolonien mit Millionen Tieren. Es wird vermutet, dass die invasive Ameisenart durch den weltweiten Warenhandel nach Deutschland gelangt ist. So ließ sich die Ameise bereits häufig an Orten feststellen, wo mediterrane Pflanzen verkauft werden.

Tapinoma magnum bei Baumarkt entdeckt: Wie kam die invasive Ameise dorthin?

Im Juni ist die Ameisenart bei einem Baumarkt in Stuttgart-Untertürkheim entdeckt worden. Laut einem Sprecher des betroffenen Marktes wurde die invasive Ameisenart Mitte Juni auf einem Parkplatz sowie einem Grünstreifen gefunden. "Seitdem ist ein professioneller Schädlingsbekämpfer kontinuierlich im Einsatz, um die Situation fachgerecht zu beurteilen und geeignete Maßnahmen umzusetzen", berichtet der Sprecher.

Derzeit lägen keine belastbaren Hinweise zu möglichen Einschleppungswegen der Ameise vor. "Grundsätzlich ist zu beachten, dass Pflanzen oder Erde nur ein möglicher Eintragsweg unter mehreren sind - ebenso kommen Urlaubsreisen oder allgemeine Handelsströme aus Südeuropa in Betracht" so der Baumarkt-Sprecher.

Wird Tapinoma magnum durch Baumärkte verbreitet?

Durch Vorfälle wie diesen geraten Baumärkte zunehmend in den Verdacht, eine mögliche Verbreitungsquelle von Tapinoma magnum zu sein. Dem Insektenkundler Bernhard Seifert von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zufolge sind Baumärkte und Gartencenter durchaus Orte, an denen Menschen besonders aufmerksam sein sollten, die invasive Ameise nicht aus Versehen mit nach Hause zu nehmen. Denn diese Orte seien "aktuell die hauptsächliche 'Infektionsquelle'". Besonders beliebt bei der Ameisenart sind laut Seifert Olivenbäume.

Insgesamt sei die Ameise überall dort, wo mediterrane Pflanzen verkauft werden, bereits besonders häufig entdeckt worden, erläutert Seifert. Dazu gehören laut dem Insektenkundler auch Gemüseanbaubetriebe. Dort gelte es also ebenfalls wachsam zu sein.

Wie kann man sich vor invasiven Ameisen schützen?

Vor einem Kauf rät Seifert, sich die Pflanze im Geschäft genau anzusehen. "Man muss schauen, was in dem Pflanztopf krabbelt", so der Insektenkundler. Auch das Bauhaus gibt Tipps, wie ein Ameisenbefall frühzeitig zu erkennen ist: "Fachleute empfehlen die regelmäßige Sichtkontrolle typischer Bereiche wie Fugen, Terrassen oder Pflanzkübel." Auch auffällige Laufwege oder kleine Erdgänge können laut dem Unternehmen erste Hinweise für einen Ameisenbefall sein. Zum Schutz vor einer Ausbreitung von Tapinoma magnum empfiehlt der Baumarkt außerdem, Lebensmittel zu verschließen, Gebäudezugänge abzudichten und Pflanzkübel nicht direkt an Hauswänden zu platzieren. Um absolut sicher zu gehen, biete sich bei neu gekauften Pflanzen zudem eine kurze Isolationsphase zur Überprüfung an.

Was tun bei einem Tapinoma-magnum-Befall?

Wenn sich der Verdacht auf einen Tapinoma-magnum-Befall dennoch erhärten sollte, rät Seifert: "Sofort die Art von einem Experten bestimmen lassen." Als erste und einfachste Sofortmaßnahme bei Ameisen im Pflanzentopf empfiehlt der Insektenkundler außerdem, den Topf vollständig unter Wasser zu tauchen.

Besonders wichtig sei bei einem Befall insbesondere eine Sache: schnelles Handeln. Denn eine wirkungsvolle Beseitigung von Tapinoma magnum könne nur im Initialstadium der Ansiedelung gelingen. Wenn sich bereits eine Superkolonie gebildet habe, sei die Sache aussichtslos, so Seifert.

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