Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg ist nach SWR-Informationen am Mittwoch von einer erheblichen Störung der Stromversorgung sowie einem Netzwerkausfall betroffen gewesen. Inzwischen sei das Problem behoben, sagte ein Sprecher nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur. Demnach habe es ein defektes Bauteil gegeben. Dieses sei ausgetauscht worden. Nun sei der Strom wieder da. Es dauere aber eine Weile, bis die Systeme wieder hochgefahren werden könnten, so der Sprecher.
Besonders gesicherte Datenleitungen betroffen
Betroffen waren nach SWR-Informationen unter anderem die besonders gesicherten Datenleitungen zu anderen deutschen Sicherheitsbehörden und dem zentralen Informationssystem "NADIS", über das die deutschen Verfassungsschutzbehörden ihre Informationen austauschen. Auch Computer, normale E-Mail-Kommunikation und die Telefonanlage funktionierten nicht oder nur sehr eingeschränkt. Zudem waren offenbar zahlreiche Lüftungssysteme des Hauptgebäudes betroffen. "Wir sitzen schwitzend mit Zettel und Papier am Schreibtisch", erfuhr der SWR aus der Behörde.
Ein Sprecher des Landesamtes für Verfassungsschutz sagte dem SWR, eine "grundlegende Erreichbarkeit" sei trotz der Probleme sichergestellt. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern. Hinweise für einen Angriff auf das Amt gebe es zwar nicht, die genaue Ursache sei aber nicht klar.
Verfassungsschutz-Gebäude in Stuttgart marode
Das Landesamt für Verfassungsschutz hat seinen Hauptsitz im Stuttgart Stadtteil Bad Cannstatt. Das Gebäude gilt seit Jahren als marode und nicht mehr sanierbar. Pläne für einen Umzug hatten sich in der Vergangenheit immer wieder verzögert. Zuletzt war im Winter tagelang die Heizung ausgefallen.