Nachdem am Wochenende im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Esslingen auf mehreren Straßen Schmierereien gegen Motorradfahrer aufgetaucht sind, ermittelt nun die Polizei. "Biker stirb!" und "Ein Bikerschwein weniger" lauteten einige der Parolen, die auf insgesamt neun Streckenabschnitten zu lesen waren.
Fast alle Schriftzüge wurden in Kurven aufgebracht
Unbekannte hatten die Worte vermutlich in der Nacht von Freitag auf Samstag auf die Fahrbahn geschmiert. Neun Fälle sind der Polizei bekannt. Sieben im Rems-Murr-Kreis, zwei im Kreis Esslingen.
Laut Polizei wurden fast alle Schriftzüge in Kurven aufgebracht, auf mehreren Landstraßen bei Weinstadt, Winterbach, Schorndorf und Esslingen. Um welche Art von Farbe es sich genau handelt, sei noch nicht klar. Die Polizei geht davon aus, dass sie mit einem kleinen Wagen aufgetragen wurde, so ähnlich wie bei Kreide auf dem Fußballfeld.
Weder Öl noch Split auf der Fahrbahn
Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Man habe eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, hieß es am Montag aus dem Polizeipräsidium Aalen. Der Verdacht, dass mit den Schriftzügen zum Teil auch Öl oder Split auf die Fahrbahn aufgetragen wurde, habe sich nicht bestätigt, so die Polizei. Inzwischen habe die Straßenmeisterei fast alle Drohungen mit einem speziellen Reinigungsfahrzeug entfernt.
Alle betroffenen Abschnitte befinden sich laut Polizei auf beliebten Motorradstrecken. Es sei nach derzeitigem Kenntnisstand kein Motorradfahrer durch die Taten geschädigt worden.
Nägel auf der Straße - der Streit um die Motorradfahrer schwelt schon lange
Der Streit um Motorradfahrer ist in der Gegend östlich von Stuttgart schon lange ein Thema. So wurde im Jahr 2025 ein Biker-Treff am sogenannten "Tor ins Remstal" geschlossen. Die Haltebucht lag an der kurvenreichen Straße zwischen Stetten und Esslingen und war bei Motorradfahrern sehr beliebt.
Wie die Waiblinger Kreiszeitung berichtet, kam es auf der Strecke immer wieder zu Unfällen mit Motorradfahrern. Und auch zu Vorfällen anderer Art: Bevor das Landratsamt die Haltebucht zurückbauen ließ, seien unter anderem Nägel auf die Straße geworfen worden.
Das Landratsamt verurteilt die Vorfälle "auf das Schärfste"
Neben der Strecke am "Tor ins Remstal" sind laut Landratsamt die B14 zwischen Sulzbach an der Murr und Großerlach sowie die Kreisstraße 1819 bei Vorderbüchelberg als Problembereiche bekannt. Immer wieder beschwerten sich dort Anwohner - vor allem wegen des Lärms. Dennoch verurteile man die Vorfälle vom Wochenende "auf das Schärfste", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts. "Gewaltandrohungen und Sachbeschädigung haben auf unseren Straßen keinen Platz."
Der Landkreis versuche seit Jahren gegenzusteuern - etwa mit verstärkten Markierungen gerade im Kurvenbereich und gemeinsamen Kontrollen mit der Polizei. Fahrern, die die Verkehrsregeln nicht einhalten, sei allerdings "mit den rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln schwer beizukommen", heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.