"Mached se d'Glotzböbbel uff, mir send z'rück en Stuttgart"

Schwäbische Ansagen aus dem Cockpit: Pilot Jonas Stein geht auf Social Media viral

Jonas Stein ist Schwabe und Pilot - beides mit großer Leidenschaft. Wer mit ihm mit fliegt, hört das auch. Denn der 23-Jährige macht seine Ansagen im Flugzeug auf Schwäbisch.

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Von Autor/in Dorina Blau

"Herzlich Willkomma an Board - uff em Weg von Schduagrd nach Malle. Mir wünsched ganz viel Spaß. Haltet se d'Ohra steiff und jetzt gehts los!" Mit solchen schwäbischen Sprüchen ist Pilot Jonas Stein aus Kleinbottwar (Kreis Ludwigsburg) auf Social Media berühmt geworden.

Weit über hunderttausend Menschen haben sich Videos von seinen Durchsagen auf Schwäbisch bisher angeschaut. "Ich bin Schwabe und hier groß geworden. Dementsprechend schwätz ich auch gerne schwäbisch und gebe das gerne an die Gäste weiter und die freut das", so der Pilot im SWR-Interview.

Pilot Jonas: "Schwäbisch ist Teil der Identität"

Seine Durchsagen laufen meistens in drei Schritten ab. Zunächst auf Hochdeutsch - oder wie er es nennt, "zivilisiertes Schwäbisch". Dann auf Englisch und zum Schluss die "Schwaben-Edition". "Es kam erstmal unerwartet, aber alle haben geklatscht und ich glaube, es hat allen gefallen", sagt eine junge Frau, die als Fluggast mit Jonas Stein von Rhodos nach Stuttgart geflogen ist. Auch eine andere Dame ist begeistert: "Super! Das ist das schönste gewesen."

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Für den jungen Piloten ist Schwäbisch mehr als nur ein Dialekt: "Das ist für mich Teil der Identität." Auch vielen Fluggästen gehe es so. "Die freut das, wenn sie wieder aus dem Urlaub heim kommen und die vertrauten Töne hören." Seit eineinhalb Jahren sitzt der 23-Jährige im Cockpit, derzeit als Co-Pilot. Wo seine Wurzeln liegen, konnte er schon in der Ausbildung nicht verbergen. Beispielsweise, als er in Hannover stationiert war. "Da isch des natürlich aufgefallen."

Auch deshalb achtet Jonas Stein im Arbeitsalltag darauf, mögliche Missverständnisse zu vermeiden. "Wir haben ja mehrere Stationen in Deutschland. Wenn ich mal von woanders fliege, spreche ich das im Briefing an - einfach, damit die Crew Bescheid weiß." Probleme habe es dabei nie gegeben - im Gegenteil: "Die meischten findens richtig gut."

Kollegen freuen sich über die besonderen Durchsagen

"Das ist wunderschön, so individuelle Kollegen zu haben", sagt Pilot Carsten Nimbel, der mit Jonas Stein von Rhodos nach Stuttgart geflogen ist. Im Cockpit hätten sie aber kein schwäbisch gesprochen. "Ich bin kein Schwabe und noch in der Ausbildung, was das Schwäbisch angeht", lacht Nimbel.

Jonas Stein kann das Glück, seine Herkunft und seinen Beruf zu vereinen, manchmal gar nicht fassen, sagt er. "Das macht mir so viel Spaß. Und jetzt noch berühmt zu werden damit, das ist außergewöhnlich." Umso schöner sei es für ihn, seine Freude teilen zu dürfen. Und das wird er auch weiterhin tun, wenn es im Flugzeug heißt: "Mir dädet uns saumäßig freue, sie s'nächschte mol wieder an Board begrüße zu dürfe."

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Dorina Blau
Dorina Blau
Reporter/in
Maxim Flößer
Maxim Flößer ist Redakteur im SWR Studio Stuttgart

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