Viele Fernfahrer stehen an Weihnachten mit ihren Lastern auf Rastplätzen - und warten. Denn an Sonn- und Feiertagen gilt ein Fahrverbot für fast alle Lkw, die keine verderbliche Ware transportieren. Deshalb hat ihnen der Rotary-Club die Wartezeit versüßt: Mitglieder des weltweiten Netzwerks haben bundesweit und auch in der Region Stuttgart Geschenke an die wartenden Fahrer ausgegeben. Es sind Stoffbeutel unter anderem gefüllt mit einer Fleece-Decke, Äpfeln, Mandarinen und etwas zu knabbern.
Die Aktion gehe auf eine Initiative des Clubs aus Heilbronn zurück. Dort habe man vor vier Jahren damit angefangen, sagte Rolf-Michael Müller von Rotary International aus Nürtingen dem SWR. Es gehe hier um Respekt und Anerkennung für die Arbeit der Fernfahrer, die die Menschen schon vor der Weihnachtszeit versorgt haben und auch weiter versorgen.
Viele Fernfahrer von ausländischen Staaten
Doch wer sind diese Fahrer, die Weihnachten auf deutschen Rasthöfen verbringen? Dirk Engelhardt vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung geht nach SWR-Anfrage davon aus, dass die Fahrer aus ausländischen Staaten kommen, hauptsächlich aus Mittel- und Osteuropa. Oder es seien Fahrer außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums, die aber bei polnischen und litauischen Transportunternehmen angestellt seien.
Weihnachten für viele Fahrer normaler Arbeitstag
Dementsprechend sind am Rastplatz in Sindelfingen viele verschiedene Länder-Kennzeichen zu sehen. Von Fahrern aus nicht-christlich geprägten Ländern wie Bangladesch war zu hören, Weihnachten sei für sie ein normaler Arbeitstag. Und in der russische-orthodoxen Kirche feiert man Weihnachten ohnehin erst Anfang Januar.
Aber Alexander - er kommt aus der Ukraine, lebt aber mit seiner Familie in Litauen - hat schon weihnachtliche Gefühle. Er sagt dem SWR, dass er gerne bei seiner Familie wäre, aber er habe noch kein Haus und brauche das Geld. Seinen Transporter kann er erst am Montag entladen. Seine Firma lässt ihn in Stuttgart im Hotel übernachten. Deshalb muss er - im Gegensatz zu manchen anderen Fahrern - an Weihnachten immerhin nicht im Lkw schlafen.