Baumbestand in Stuttgart

Schatten und Grünflächen: Mehr Einkommen - mehr Bäume?

Es gibt durchaus Grün in Stuttgart - aber ist es dort, wo man es braucht? Eine Untersuchung zeigt, wie viele Gehwege von Bäumen beschattet sind. Das Ergebnis: Die Kluft ist groß.

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Von Autor/in Violetta Hagen

Geht es um Grünfläche pro Einwohner, dann liegt Stuttgart im Vergleich zu anderen Städten meist im Mittelfeld. Doch wer an einem Sommertag durch den Kessel läuft, merkt schnell: In manchen Straßenzügen ist von Grün nur wenig zu sehen. Ein neues Instrument des Heidelberg Institute for Geoinformation Technology (HeiGIT) lässt nun einen genaueren Blick zu.

Fünf wichtigste Erkenntnisse in Sachen Baumschatten

Wo werden Fußgängerwege in der Stadt tatsächlich von Bäumen überschattet? Das kann man in einer frei zugänglichen interaktiven Karte des HeiGIT ablesen. Gerade der Vergleich der 23 Stuttgarter Stadtbezirke führt dabei zu mancher Überraschung. Die fünf wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

1. Heiß, heißer - Innenstadt? Falsch!

Die Vermutung könnte nahe liegen: Je näher wir dem Zentrum kommen, umso spärlicher die Vegetation. Doch die Infos der Heidelberger Fachleute zeigen etwas anderes. Absolutes Schlusslicht unter den Stadtbezirken ist demnach Botnang. Nur etwa 14 Prozent der Fußgängerwege sind in dem westlichen Bezirk von Bäumen überschattet. Danach folgen auf den hinteren Plätzen Stammheim (gut 16 Prozent) und Untertürkheim (18 Prozent), Stuttgart Mitte bringt es auf immerhin 23 Prozent.

2. Ein überraschender Sieger

Wer sich regelmäßig durch die Häuserschluchten des Stuttgarter Westens quält, der dürfte es kaum glauben, aber unter den 23 Stadtbezirken schneidet der Westen in Sachen Baumschatten am besten ab - und zwar mit Abstand. 56 Prozent der Wege können Anwohner den Angaben zufolge im Schatten von Bäumen zurücklegen.

In diesem Bezirk muss man allerdings genauer hinsehen. So schneidet das eng bebaute Areal rund um die Rosenbergstraße mit am schlechtesten im gesamten Stadtgebiet ab (gut 10 Prozent Schattenanteil). Doch das wiegt das große Gebiet des Kräherwalds auf: Dort liegen - wenig überraschend - fast sechzig Prozent der Wege im Schatten.

3. Mehr Einkommen - mehr Bäume?

Wer sich die Spitzenplätze und die Schlusslichter des Vergleichs anschaut, der kann eine andere Erkenntnis gewinnen: Auf den vordersten Plätzen liegen mit Stuttgart-West (56 Prozent), Stuttgart-Süd (46 Prozent), Degerloch (44 Prozent) und Sillenbuch (38 Prozent) die einkommensstärkeren Gegenden der Stadt. Stuttgart-Nord (30 Prozent) liegt immerhin im oberen Mittelfeld. Bäume bedeuten eben schon seit jeher Lebensqualität.

4. So schneidet Stuttgart im Vergleich ab

Im Vergleich zu anderen Städten im Südwesten liegt Stuttgart im Mittelfeld. Die Landeshauptstadt bringt es laut Auswertung auf insgesamt rund ein Drittel beschatteter Fußgängerwege. Zum Vergleich: In Pforzheim sind es gut 46 Prozent, in Heilbronn dagegen nur etwa 23 Prozent, also weniger als ein Viertel.

5. Wobei können diese Daten helfen?

Die Daten sollen nach Angaben der Heidelberger Fachleute vom HeiGIT vor allem Stadtplanern und Kommunalverwaltungen helfen. Sie sollen damit gezielt neue Bäume pflanzen oder auch kühlere Schulwege und Touristenrouten ausweisen können.

Eine gute Datenbasis könnte - nicht zuletzt in Stuttgart - dazu beitragen, dass auch in Zeiten des Klimawandels alle Stadtbezirke gleichermaßen lebenswert bleiben.

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Violetta Hagen
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