Hasel besonders früh dran

Allergiker seit Winter belastet: Pollen-Saison startet früher und dauert länger

Die Pollensaison beginnt immer öfter schon im Winter. Die Veränderungen sind deutlich erkennbar. Woran das liegt und was es für allergische Menschen bedeutet.

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Von Autor/in Margareta Holzreiter

Ein Spaziergang an einem sonnigen Wintertag - und plötzlich jucken die Augen, die Nase läuft. Was früher kaum vorkam, ist mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich: Bereits im Dezember fliegen mancherorts vereinzelt erste Pollen durch die Luft - auch diesen Winter war das so.

Besonders früh machen die Haselnusssträucher Allergikern zu schaffen. Mittlerweile kommt es in manchen Jahren vor, dass sie schon im Januar richtig in die Blüte kommen.

Allergie: Haselblüte beginnt einen Monat früher

Der Deutsche Wetterdienst dokumentiert den Beginn der Haselblüte seit vielen Jahrzehnten. Christina Endler arbeitet am Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung in Freiburg im Bereich Lufthygiene. Sie erklärt, dass für die Analysen Zeitabschnitte von je 30 Jahren miteinander verglichen werden. Aus den Durchschnittswerten dieser Zeiträume leiten die Forschenden ab: Innerhalb von nur 30 Jahren hat sich der Beginn der Haselblüte um 17 Tage nach vorn verschoben - von Anfang März auf etwa Mitte Februar.

Betrachtet man die Daten des Deutschen Wetterdienstes seit 1951, so beginnt die Haselblüte heute sogar fast 35 Tage früher als damals - mehr als ein ganzer Monat Unterschied.

Die Ursache: Wärmere Winter durch den Klimawandel

Der Grund für den Frühstart der Pollen sind die steigenden Temperaturen. In Deutschland wird es im Durchschnitt immer wärmer - und das betrifft auch den Winter und den Frühling. Bei vielen Pflanzen ist die Entwicklung stark durch die Temperatur gesteuert. Mehrere Tage mit über fünf Grad Celsius können bei der Hasel beispielsweise schon reichen, damit sie sich langsam zur Blüte bereit macht. Kommen dann aber wieder kältere Tage, wird die Blüte wieder ausgebremst.

Auch bei anderen typischen Allergie-Auslösern wie zum Beispiel Birke und Erle hat sich der Blühbeginn verschoben, allerdings weniger stark als bei der Hasel. Ein möglicher Grund laut Christina Endler: Die Hasel hat ein niedrigeres Wärmebedürfnis als viele andere Pflanzen. Kleine Erwärmungen durch den Klimawandel könnten so möglicherweise schon einen stärkeren Effekt haben.

Der Blühbeginn der Hasel ist seit 1951 um mehr als einen Monat vorgerückt.
Der Blühbeginn der Hasel ist seit 1951 um mehr als einen Monat vorgerückt.

Längere Allergiesaison und aggressivere Pollen

Die Erderwärmung verändert die Pollenzeit jedoch nicht nur im Frühjahr. Forschende haben beobachtet, dass sich die Pollensaison teilweise auch im Herbst verlängert. So bleibt Menschen mit Allergie kaum noch eine Pause zwischen dem Ende eines Pollenjahres und dem Start des nächsten.

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Pollen für uns unangenehmer werden, wenn die Luftqualität schlechter ist: Wenn mehr CO2 in der Luft ist, produzieren manche Pflanzen mehr Pollen, etwa die Ambrosia, gegen die viele Menschen allergisch sind. Außerdem konnten Forschende feststellen, dass Bäume aggressivere Pollen haben, wenn sie nah an großen Straßen mit viel Verkehr und Feinstaub stehen.

Die gute Nachricht: Diese aggressiven Pollen führen zwar dazu, dass allergische Menschen stärker reagieren, aber sie sorgen bisher nicht dafür, dass es mehr Betroffene gibt.

Städte und Gemeinden können übrigens nicht nur mit besserer Luftqualität einen Beitrag leisten, um die Menschen zu entlasten: Sie können auch bei der Stadtbegrünung Rücksicht auf Allergien nehmen. Statt Allergieauslöser wie Hasel, Erle, Birke, Buche, Eiche und Pappel zu pflanzen, können sie in Wohngebieten auf allergikerfreundliche Bäume setzen. Dazu zählen zum Beispiel Ahorn, Magnolie, Rosskastanie oder Fichte.

Pflanzen setzen durch Stress mehr Pollen frei Pollenallergie: Jeden kann es plötzlich treffen - Zahl der Allergiker steigt

Die Pollensaison ist in vollem Gang: Erle- und Haselnusspollen fliegen gerade durch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Immer mehr Menschen jeden Alters leiden darunter.

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