Zahlreiche Menschen in Baden-Württemberg haben am Mittwochabend ein seltenes Naturereignis live am Himmel erleben können: Gegen 19:20 Uhr startete im Land eine partielle Sonnenfinsternis, die je nach Standort um etwa 20:15 Uhr ihren Höhepunkt erreichte. Am meisten schob sich der Mond zwischen Erde und Sonne im Raum Freiburg, dort wurden rund 90 Prozent der Sonne bedeckt. Gegen 20:45 Uhr verschwand vielerorts die Sonne hinter dem Horizont und beendete damit das Spektakel.
Das Wetter spielte zudem in die Karten - der Himmel blieb weitgehend wolkenfrei, so konnte die Sonnenfinsternis an fast jedem Ort im Land problemlos verfolgt werden. Zahlreiche Planetarien im Land öffneten für Besucher, in den Höhenlagen von Schwarzwald und Alb versammelten sich viele Schaulustige.
Viele tolle Aufnahmen aus Baden-Württemberg gibt es hier:
Partielle Sonnenfinsternis begeistert die Menschen im Land
Negative Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die Stromversorgung befürchteten die Betreiber der großen Stromnetze in Deutschland nicht. Die Sonnenfinsternis führe dazu, dass die Einspeisung aus Photovoltaikanlagen etwas früher abnehme als an einem gewöhnlichen Sommerabend, teilten die vier Übertragungsnetzbetreiber mit. "Die geringere Einspeisung wird jedoch keinen Einfluss auf die Stromversorgung am 12. August haben", so das Fazit.
Die Vorfreude auf die partielle Sonnenfinsternis war im Vorfeld sehr groß: Bereits Tage vor dem Event waren vielerorts die für die Sonnenfinsternis essentiellen Schutzbrillen ausverkauft. Experten hatten gewarnt, nicht ohne die speziellen Brillen in die Sonne zu schauen. Schäden an der Netzhaut seien sonst möglich.
Sternschnuppen-Nacht folgt auf Sonnenfinsternis: Perseiden-Schauer am Himmel
In anderen Teilen Europas konnten die Menschen sogar eine totale Sonnenfinsternis bestaunen: In Spanien etwa schob sich seit mehr als einem Jahrhundert der Mond komplett zwischen Sonne und Erde. Bei uns in Deutschland war dies zuletzt im August 1999 der Fall.
Wie die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 aussah:
Neben der partiellen Sonnenfinsternis fand in der Nacht zum Donnerstag ein weiteres Spektakel am Himmel statt - die Chancen, Sternschnuppen zu sehen, standen gut, denn das Wetter bot auch für die sogenannten Perseiden beste Voraussetzungen. Der Strom hatte sein Maximum in der Nacht ab etwa 23 Uhr bis 4 Uhr am frühen Donnerstagmorgen. Aktuell herrscht Neumond. Das waren nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde "optimale Bedingungen" für die Beobachtung. Mit dem bloßen Auge könnten etwa 60 bis 70 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar gewesen sein.
Seit jeher markieren die Augustmeteore für Sternschnuppenfans einen festen Termin im astronomischen Jahreskalender: Die Perseiden sind der einzige große Meteorstrom im Sommer und einer der ergiebigsten überhaupt. Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl oder eine Picknickdecke und eine gute Rundumsicht reichen aus. Ferngläser oder gar Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich, denn das Blickfeld solcher Instrumente ist für die flinken Himmelskreuzer viel zu klein. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte.