Klimadaten helfen Forschung

Tiny Forest in Mannheim entwickelt sich prächtig

Vor einem Jahr ist in Mannheim ein Tiny Forest entstanden. Der erste seiner Art in ganz Baden-Württemberg. Der Mini-Wald zeigt erste Effekte.

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Von Autor/in Isabel Handrich

Mannheim zählt zu den heißesten Städten in Baden-Württemberg. Das hat eine Bürgerinitiative dazu veranlasst, das Thema Klima selbst in die Hand zu nehmen. Vor gut einem Jahr ist Mannheims erster Tiny Forest entstanden.

Grünfläche in Mannheim-Lindenhof (Archivbild)
So sah die Fläche im Mannheimer Stadtteil Lindenhof früher aus

Wachstum des Tiny Forests in Mannheim besser als erwartet

Silber-Linde, Traubeneiche und die anderen Arten seien prächtig angewachsen, erklärt Uwe Buckenauer von der Bürgerinitiative "BIG Lindenhof". Auch viele Insekten fühlen sich offenbar dort wohl.

Wir hatten viel Glück.

Die Temperaturen in Verbindung mit den Niederschlägen im vergangenen Jahr hätten dafür gesorgt, dass der Wald stark angewachsen sei. So gut, dass der Entwicklungsstand bereits ein Jahr weiter ist als ursprünglich geplant, erklärt Buckenauer. Eigentlich gehe man davon aus, dass so ein Mini-Wald innerhalb von fünf Jahren sein volles Potenzial entfaltet. "Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnten wir es schon in vier Jahren schaffen", freut sich Buckenauer.

Gemeinsam mit freiwilligen Helfern haben sie die etwa 1.000 Pflanzen im letzten Jahr gepflegt. Dank einer Spende gibt es seit diesem Jahr auch eine Beregnungsanlage.

"Smart City"-Projekt: Man sieht erste Klima-Effekte

Der Tiny Forest in der Nähe des Mannheimer Hauptbahnhofs ist mittlerweile Teil des "Smart City"-Projekts in Mannheim. Als einer von 73 Standorten in Deutschland sammelt das Projekt Daten, die das Leben der Menschen langfristig verbessern sollen. Zum Beispiel zum Thema Klima.

Mitten im Tiny Forest in Mannheim wird unter anderem die Bodentemperatur gemessen. Zum Vergleich geschieht das ganze auch einige Meter nebenan auf einer Betonrampe. Die Unterschiede sind sichtbar, erklärt eine Sprecherin des Projekts.

Man sieht schon erste Effekte an heißen Tagen, gemessen werden Unterschiede zwischen vier und fünf Grad.

Bodensensoren messen außerdem die Feuchtigkeit in der Erde. So weiß die Bürgerinitiative immer genau, wann und wie viel gewässert werden muss.

Tiny Forest in Mannheim macht Schule

Einen zweiten Tiny Forest gibt es auch schon in Mannheim. Ende vergangenen Jahres ist er neben dem Stadtarchiv Marchivum entstanden. Auf 280 Quadratmetern wurden hier 800 Pflanzen gesetzt, erklärt Initiator Andreas Lindemann. Er hat das Projekt gemeinsam mit dem Verein "NaturGarten" und finanzieller Unterstützung der Stadt Mannheim im Stadtteil Neckarstadt-West umgesetzt.

Ob Mikrowälder tatsächlich dabei helfen können, Großstädte zu kühlen, ist umstritten. Ein Tiny Forest macht noch keinen signifikanten Unterschied für das Mikroklima, erklärt die Smart-City-Sprecherin. Das Ganze müsse im größeren Kontext mit Stadtparks und anderen Grünflächen gesehen werden.

Das weiß auch Buckenauer vom Tiny Forest im Lindenhof. Seine Vision ist es, dass Menschen von dem Projekt hören und sich selbst fragen: Was kann ich zum Klima- und Artenschutz beitragen? Er ist davon überzeugt, dass das Projekt seiner Initiative Früchte trägt. So sei ein dritter Tiny Forest in Mannheim in Planung und auch Interessierte aus anderen Städten in Baden-Württemberg hätten sich schon bei ihm gemeldet.

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