Wie lang und schwer ist Riesenschlange Oskar? Am Donnerstag ist der Tigerpython im Mannheimer Luisenpark gemessen und gewogen worden. Vier Tierpfleger- und pflegerinnen sind dafür notwendig.
Pro Meter Schlange ein Helfer
Tierpfleger Kilian Braun betritt das Terrarium als Erster. Er stellt den Kopf des Tigerpythons ruhig, dann hebt er ihn an. Zu viert tragen sie die Riesenschlange heraus. Sein Gewicht ist nicht das Problem, sondern seine Muskeln und Zähne. Wenn Oskar keine Lust auf eine Untersuchung hätte und sich um einen Arm wickeln würde, dann wäre dieser danach nur noch Matsch, sagt Tierpflegerin Jana Stöwer.
Wir brauchen da schon eine gewisse Mannstärke. So eine Riesenschlange hat um die 80 Zähne. Die sind nadelförmig und nach hinten gebogen.
Und diese Zähne möchte verständlicherweise keiner in der Hand stecken haben. "Pro angefangenem Meter Riesenschlange sollte man eine Person haben, die festhält", erklärt Kilian Braun.
Und da die Schlange äußerst friedlich ist, stellen sich die vier Tierpfleger- und pflegerinnen in einer Reihe auf. Zwei weitere Helfer schnappten sich das Maßband und messen die Schlange vom Kopf bis zum Fuß: 3,60 Meter. Und da man die Schlange ja nicht komplett gerade bekommt, werden noch 20 Zentimeter oben drauf geschlagen.
Riesenpython bleibt gelassen
Dann stellt sich Kilian Braun mit Oskar auf die Waage. Auch dabei stehen drei Leute daneben, falls der Tigerpython doch noch auf die Idee kommen sollte, den Tierpfleger zu umwickeln.
Alleine hat man keine Chance, aus seiner Umwickelung wieder rauszukommen.
Oskar macht aber keine Anstalten, jemanden zu umwickeln. Er ist wirklich tiefenentspannt. Zum einen kennt er die Tierpfleger, zum anderen ist er auch einfach neugierig, was da jetzt passiert, sagt Kilian Braun. Und der Riesenschlange sei schon bewusst, dass sie deutlich stärker ist als alle Menschen um ihn herum. Auch das führt zu einer gewissen Gelassenheit.
Und da wäre dann noch Oskars Persönlichkeit. Die unterscheidet sich schon von Schlange zu Schlange, sagt die stellvertretende Leiterin der Tierhaltung im Luisenpark, Andrea Gerstner. Oskar bringt nichts aus der Ruhe. Und er ist auch schon eher älteren Semesters und seit 23 Jahren im Luisenpark.
18 Monate ohne Nahrung sind kein Problem
Oskar wiegt 23 Kilogramm, drei weniger, als beim letzten Mal auf der Waage. Oskar hat sich selbst auf Diät gesetzt, sagen die Tierpfleger- und pflegerinnen. Er hat seit September nichts mehr gefressen. Aber Tierpflegerin Jana Stöwer macht sich keine Sorgen. "Tigerpythons können bis zu 18 Monate ohne Nahrung auskommen", erklärt sie. Und über den Frühling ist er zumindest in der Theorie ja auf Partnerinnensuche gewesen. Dafür muss man ja gut in Form sein.
Maul auf: 80 Zähne blitzen
Dann fehlt nur noch der Blick ins Maul der Schlange. Oskar präsentiert kurz seine rund 80 Zähne. Sehen die Schleimhäute gut aus? Ist da irgendwas auffällig, die Farbe oder gibt es Schleim? Denn das könnten Anzeichen für eine Krankheit sein.
Wenn sich so eine Schlange unwohl fühlt, ist es für uns jetzt vielleicht nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich. Anders als jetzt beim Haustier vielleicht, wo man dann sagt, oh okay, meine Katze, die macht heute irgendwie einen schlechten Eindruck.
Auch das Alpaka muss auf die Waage
Im Mannheimer Luisenpark werden so gut wie alle Tiere ein- bis zweimal im Jahr vermessen, untersucht und gewogen. Das ist notwendig, um festzustellen, ob sie sich gut entwickeln und die Futtermenge stimmt - vom Pinguin bis zum Alpaka. Mit Oskar sind alle zufrieden. Der Riesenpython ist topfit.