Die Technische Hochschule Mannheim hat ein neues Forschungsprojekt: Einen menschenähnlichen (humanoiden) Roboter der neuesten Generation namens "Florence". Ein Forschungsteam trainiert und erforscht ihn in einem speziellen Labor mit Hilfe von 56 Kameras und neuartigen KI-Verfahren. Florence soll Bewegungsabläufe und non-verbale Signale wie Mimik und Körpersprache lernen, damit Roboter wie sie zum Beispiel in der Pflege eingesetzt werden können und sich Patienten in ihrer Gegenwart wohl fühlen.
Arbeitskräfte nicht ersetzen, sondern unterstützen
Roboter wie Florence sollen künftig in der Medizin und Pflege eingesetzt werden. Sie sollen aber keine menschlichen Arbeitskräfte ersetzen, sondern sie unterstützen und entlasten. Zum Beispiel, indem sie verschiedene Sprachen verstehen und sprechen können und zwischen Pflegepersonal und Patienten dolmetschen. Denkbar ist aber auch, dass sie Pflegekräften zum Beispiel mitteilen, was ein Patient gerne isst oder im Operationssaal erkennen, wenn etwas nicht steril ist. Außerdem sollen sie Gegenstände holen und bringen, wie eine Tasse Tee.
"Florence" muss noch viel lernen
Im Testlauf am Dienstag an der TH Mannheim hat das noch nicht perfekt geklappt. Der Roboter hat das Pflegebett im Raum nicht richtig erkannt und ist dagegen gelaufen. Dabei ist ihm eine Tasse heruntergefallen. Aber: Der Roboter wird auch erst seit etwa vier Wochen trainiert. "Da ist noch Forschungsbedarf", sagt der Leiter des Instituts für Angewandte Künstliche Intelligenz und Robotik, Marcus Vetter, lachend.
Roboter braucht emotionale Intelligenz
Damit sich beispielsweise Patienten in seiner Gegenwart wohl fühlen, muss der Roboter aber Menschen verstehen lernen, zum Beispiel welchen Abstand er zu ihnen hält. Dazu muss er ihre Körpersprache und Gesichtszüge lesen können und auch kulturelle Unterschiede kennen. Er muss die Gesamtsituation erfassen und Gefahren vermeiden. All das soll er in den kommenden Jahren an der TH Mannheim lernen.
Die Forschungsergebnisse werden anderen Wissenschaftler frei zur Verfügung gestellt. Damit werden dann Roboter für die Pflege oder Medizin entwickelt. Die Wissenschaftler an der TH Mannheim gehen davon aus, dass das noch etwa zwei bis drei Jahre dauern wird.