Im Mannheimer Stadtteil Franklin soll ab Ende kommenden Jahres (2026) das vierte Hochhaus in Form eines Buchstabens gebaut werden - diesmal in Form des Buchstabens "M". Das hat am Mittwoch das Immobilien-Unternehmen "Werner Wohnbau" (Sitz bei Villingen-Schwenningen, Schwarzwald-Baar-Kreis) bekannt gegeben. Zusammen mit den bereits fertiggestellten Hochhäusern "H", "O" und "E" soll am Ende das Wort "HOME" (deutsch: Heimat, zu Hause) den Stadtteil baulich prägen. "Werner Wohnbau" hat das Grundstück von der Stadt gekauft. Projektentwickler Martin Müller von "Werner Wohnbau" sagte am Mittwoch, das Unternehmen investiere rund hundert Millionen Euro in das Projekt.
"M"-Hochhaus: 200 Eigentumswohnungen
In dem 15-stöckigen Wohnhaus sollen rund 200 Eigentumswohnungen entstehen. Die Wohnungen werden dann jeweils eine Größe zwischen 57 und 80 Quadratmeter haben. Müller sagte dem SWR, die Kalt-Miete für eine Zwei-Zimmer-Wohnung (57 Quadratmeter) werde - Stand heute - etwa 1.000 Euro betragen. Im Erdgeschoss des Wohn-Hochhauses soll Gewerbe unterkommen.
Tiefgarage, Mix auf dem Dach, Solaranlagen
Unter dem Bau wird es laut dem Investor eine Tiefgarage geben. Auf dem Dach ist eine Mischfläche vorgesehen - ein Mix aus "Spiel, Sport, etwas Grün und Begegnungsstätte", so Müller. Auf den Innenseiten des "M"-Baus sollen Photovoltaik-Anlagen installiert werden. Durch einen Bogen des "M" soll später mal ein Fuß- und Radweg durchführen.
"M"-Bau-Projekt in Mannheim-Franklin geriet ins Stocken
Zunächst war im Mannheimer Stadtteil Franklin das "E"-Hochhaus gebaut worden, darauf folgten das "O" und das "H", das in diesem Sommer eingeweiht wurde. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBG war Bauherr von "H" und "E". Für das "O" zeichnete der Saarbrücker Projektentwickler RVI verantwortlich. Auf das "M"-Bau-Projekt mussten die Verantwortlichen der Stadt etwas länger warten, die Planungen gerieten ins Stocken. Es war die Rede davon, dass der Untergrund auf der geplanten Baufläche bei der Sportanlage auf einem ehemaligen US-Kasernen-Gelände "überraschend instabil" sei. Der Projektentwickler und Investor RVI stieg daraufhin aus. Das Projekt musste neu ausgeschrieben werden. Am Ende bekam "Werner Wohnbau" den Zuschlag.
Zeitweise Hohn und Spott für Mannheim
Zeitweise hatten die Mannheimer Buchstaben-Hochhäuser in einigen Medien für Hohn und Spott gesorgt, denn ohne das "M" blieb nur "HOE" übrig - ein unfeines englisches Wort für "Prostituierte". Doch aus Sicht der Stadt wird das wohl bald nur noch eine kleine Randnotiz aus der Vergangenheit sein. Der Plan: 2029 soll "M" bezugsfertig sein, hieß es.
Was ist der Stadtteil Franklin?
Mannheims jüngster Stadtteil Franklin entsteht seit 2015 auf dem früheren US-amerikanischen Kasernengelände "Benjamin Franklin Village". Die Umwandlung von der militärischen Nutzung zu einem Stadtteil Mannheims wird von der kommunalen Projektentwicklungsgesellschaft MWSP gesteuert. Inzwischen leben laut Stadt rund 7.400 Menschen in Franklin. Wenn alle Bauprojekte fertig sind, sollen es am Ende rund 10.000 sein.