Bewohner in Ketsch sind genervt

Seit über einem Monat kaum Handyempfang mit Vodafone mehr: Was die Verbraucherzentrale rät

In Ketsch haben Vodafone-Kunden seit über einem Monat so gut wie kein Handynetz mehr. Grund dafür ist ein abgebauter Funkmast. Die Stimmung unter den Bewohnern ist angespannt.

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Von Autor/in Désirée Kast

Die Nerven liegen bei vielen Bewohnern in Ketsch (Rhein-Neckar-Kreis) blank. Seit dem 21. Juli haben Vodafone-Kunden gar keinen oder nur noch sehr schlechten Handyempfang. Der Grund: Der einzige Vodafone-Mobilfunkmast in Ketsch wurde abgebaut.

Vodafone-Funkmast wegen Sanierung abmontiert

Adriano Musella und seiner Frau Andrea gehört das große Gebäude im Zentrum von Ketsch, in dem sich neben einer Bankfiliale auch ein Zahnlabor und Wohnungen befinden. Auf diesem Gebäude stand in den vergangenen Jahren der einzige Vodafone-Mobilfunkmast in der Gemeinde. Weil das Gebäude aber saniert und mit einem zusätzlichen Stockwerk in Holzbauweise aufgestockt wird, musste der Funkmast abmontiert werden. Aus statischen Gründen kann der Mast nach den Bauarbeiten nicht mehr auf dem Dach des Gebäudes angebracht werden.

Gebäudesanierung in Ketsch
Weil das Gebäude mit dem Vodafone Funkmast in Ketsch saniert wird, wurde der Mast abgebaut.

Musella: "Wir haben Vodafone von Anfang an mit ins Boot geholt"

Adriano Musella sei die ganze Situation mit dem Funkmast "peinlich", wie er selbst sagt. Er habe Vodafone bereits zwei Jahre vor Beginn der Sanierungsarbeiten über die Situation informiert und Alternativstandorte für den Mobilfunkmast vorgeschlagen. Nach seinen Angaben hat sein Ansprechpartner bei dem Unternehmen, das mit Vodafone in dieser Sache zusammenarbeitet, vorher nicht den Eindruck vermittelt, dass dies nicht klappen könnte.

Kurz vor Beginn der Gebäudesanierung bekam Adriano Musella dann aber von Vodafone die Rückmeldung, dass die von ihm vorgeschlagenen Standorte nicht geeignet seien. Seitdem sei nicht mehr viel passiert.

Vodafone arbeitet an einer vorübergehenden Lösung

Wieso Vodafone nicht früher gehandelt hat, ist unklar. Das Unternehmen teilte dazu auf SWR-Anfrage mit, man habe die Mobilfunkstation trotz gültigem Mietvertrag außer Betrieb nehmen müssen.

Vodafone prüft Standort für mobilen Funkmast

Die Gemeinde Ketsch hat mittlerweile ein privates Grundstück ausfindig machen können, auf dem ein vorübergehender mobiler Funkmast stehen könnte. Nach Angaben von Vodafone ist man mit dem Besitzer im Gespräch. Wenn die Vertragsabwicklung schnell vorankäme, könnte der Mast bereits in den nächsten Wochen stehen, so ein Sprecher. Auch sei der Funkturm-Dienstleister von Vodafone beauftragt, eine neue dauerhafte Mobilfunkstation als Ersatz für den bisherigen Standort zu errichten.

Verbraucherzentrale: Außerordentliche Kündigung unter Umständen möglich

"Wenn an einem Standort bereits eine Verfügbarkeit bestand und man als Nutzer auch von der weiteren Nutzungsmöglichkeit ausgehen durfte, so ist der nachträgliche Wegfall der Verfügbarkeit nach Vertragsschluss eine mangelhafte Vertragsleistung, die zu entsprechenden Minderungsrechten bzw. auch zur Sonderkündigung führen kann", teilte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg auf SWR-Anfrage mit.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale kann ein Kunde bei Störungen Entschädigungen geltend machen. Voraussetzung dafür sei, dass der Anbieter über die Störung informiert wurde und diese Störung nicht beseitigt. Man erhalte keine Entschädigung, wenn die Störung auf gesetzlich festgelegten Maßnahmen, sicherheitsbehördlichen Anordnungen oder höherer Gewalt beruhe. Wichtig sei, dass der Anbieter umgehend schriftlich informiert und aufgefordert werde, die Leistungsstörungen zu beseitigen.

Wenn eine Vertragsanpassung nicht möglich sei oder der Anbieter trotz Aufforderung und Fristsetzung nicht vertragsgemäß erfülle, könne der Vertrag außerordentlich gekündigt werden, teilt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg weiter mit.

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Désirée Kast
Bild von Désirée Kast, Redakteurin im SWR Studio Mannheim-Ludwigshafen und Moderatorin bei DASDING

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