Sprachmodelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude sind vielen Nutzerinnen und Nutzern mittlerweile bekannt. Das Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha hat nach eigenen Angaben ein neues Sprachmodell namens "Kolibri" auf den Markt gebracht. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstag mitteilte, soll das Modell für die öffentliche Verwaltung und Industrie entwickelt worden sein.
KI-Modell auf den deutschen und europäischen Markt zugeschnitten
Sprachmodelle analysieren Daten und kreieren daraus Antworten. Sie können Sätze bilden, Informationen zusammenfassen und Texte wiedergeben. Es handelt sich dabei um eine mathematische Formel - die Modelle geben somit Antworten und Informationen wieder, die anhand ihrer vorliegenden Informationen als wahrscheinlich gelten.
Das neue Sprachmodell sei speziell auf die Anforderungen deutschsprachiger Anwendungen zugeschnitten, sagte Mitbegründer Samuel Weinbach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Heidelberger KI-Unternehmen wolle damit seine Stellung im Wettbewerb um behördentaugliche und industrienahe Künstliche Intelligenz in Europa ausbauen. Viele Organisationen legten hier besonderen Wert auf Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle.
KI-Souveränität als Ziel
Mit dem Sprachmodell "Kolibri" wolle man zeigen, dass Deutschland das Talent und die Expertise habe, wettbewerbsfähige KI-Modelle zu entwickeln, so Vorstandschef Ilhan Scheer gegenüber der dpa. KI-Souveränität bedeute demnach, die Entscheidungsfreiheit durch Fähigkeiten zu bewahren, diese Technologie selbst zu entwickeln und voranzutreiben, und Kunden die Kontrolle darüber zu geben, wie sie diese einsetzen.
Auf der eigenen Homepage wirbt das Unternehmen mit einer KI, die an europäisches Recht, Standards und Gesetze angepasst ist. Sie sei damit bereit "für die sensibelsten Arbeitslasten im öffentlichen Sektor und in der Industrie".
KI-Unternehmen aus Heidelberg plant Fusion mit kanadischen KI-Unternehmen
Das KI-Unternehmen wurde in Heidelberg gegründet und hat mittlerweile weitere Standorte in Berlin, Bayreuth und München. Im April teilte das Unternehmen mit, es werde mit dem kanadischen KI-Unternehmen Cohere eine "transatlantische Fusion" eingehen. Gemeinsam wolle man KI-Angebote für sensible Bereiche wie Verteidigung, Finanzen, Verwaltung, Telekommunikation und Gesundheitswesen entwickeln.