Die Initiative hat mehr als 2,2 Millionen Euro an Spendenzusagen gesammelt, um mitbieten zu können. So viel soll die Burg kosten. Dem Vernehmen nach sind weitere vier Interessenten im Rennen. Die Burg wird vom Heidelberger Bauunternehmer Hans-Peter Lange und den Erben aus der Schriesheimer Familie Lauer verkauft. Die Entscheidung über den Verkauf soll noch in diesem Jahr fallen, möglicherweise schon im November. Die Initiative will die "Stiftung Strahlenburg" offiziell als Rechtsform dann gründen, wenn sie beim Kauf zum Zug kommt.
Zwei zentrale Argumente der zukünftigen Stiftung
Die zukünftige Stiftung hat zwei zentrale Argumente für sich: Erstens: Weil sie den Kauf nicht über Kredite finanzieren muss, könne ein Pächter mit niedrigerer Pacht rechnen und dort eine normale Gastronomie für Jedermann betreiben. Ein Käufer von außen mit hoher Kreditlast müsse zwingend eine reine Event-Gastronomie betreiben. Das sagte der ehemalige Schriesheimer Bürgermeister Hansjörg Höfer, der sich von Anfang an in der Initiative engagiert. Und zweitens: Die gemeinnützige Stiftung könne mit vielen Zuschüssen und weiteren Spenden rechnen. Das sei schon von vielen an der Strahlenburg interessierten Bürgern signalisiert worden.
Konzept in vier Phasen
Die Initiative wird im Fall des Kaufs zur Stiftung. Sie hat ein Konzept in vier Phasen vorgelegt, das vom Architekten Uwe Beuchle aus Weinheim fachgerecht begleitet und ausgearbeitet wurde. Phase eins würde sich um den Substanzerhalt, also um die teilweise maroden Mauern, die Elektrik und die Haustechnik kümmern. Phase zwei hätte die Gastronomie und die Nutzung für Events als Schwerpunkt. Dabei müsste die Küche erneuert und die Terrasse mit dem schönen Blick in die Rheinebene saniert werden. Phase eins und zwei würden rund 2,5 Millionen Euro kosten. Eine jungen, aber trotzdem nicht unerfahrenen Interessenten für die Gastronomie habe die Initiative bereits.
Seminare und Kultur mit Blick in die Ebene
In Phase drei würden Seminarräume ausgebaut und Raum für Konzerte und Kulturveranstaltungen geschaffen. So könnte der Zugang zur Burg nach dem Eingangstor so geöffnet werden, dass der Blick durch eine verglaste Wand auf den Branich und in die Ebene frei wird.
In einer vierten Phase könnten Ferienwohnungen auf der Burg hinzukommen. Der ganze Um- und Ausbau würde knapp sechs Millionen Euro kosten - allerdings über viele Jahre verteilt. Die Initiative Stiftung Strahlenburg wirbt für sich mit dem Versprechen, die Burg für alle Menschen in der Region zugänglich zu machen, mit regelmäßig geöffneter Gastronomie und bezahlbaren Preisen.