Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat nach Prüfungen bekannt gegeben, dass rund 25 Prozent der Fläche Deutschlands für die Endlagerung von Atommüll geeignet seien. Das ist eine Reduzierung der bisherigen Fläche, bedeutet aber, dass in einigen Gebieten weitere Prüfschritte möglich sind. Dazu gehört unter anderem ein Teil Heidelbergs, nämlich die Stadtteile Ziegelhausen und Schlierbach. Die Stadt lehnt das auf SWR-Anfrage allerdings ab.
Heidelberg lehnt Atommüll-Endlagerung-Prüfung aus geologischen Gründen ab
Heidelberg sei geologisch völlig ungeeignet für die Lagerung von radioaktiven Abfällen, heißt es von Seiten der Stadt. Man habe dem Bund bereits vor vier Jahren ein geologisches Gutachten übermittelt. Außerdem liege Heidelberg im tektonisch aktiven Oberrheingraben, wo regelmäßig kleinere Erdbeben registriert werden. Auch die hohe Bevölkerungsdichte spricht aus Sicht der Stadt gegen ein mögliches Endlager in der Region.
Auch Flächen entlang der Bergstraße potentiell geeignet
Zu den Flächen, die ebenfalls als geeignet für eine Endlagerung gelten, gehören auch Teile des Kreises Bergstraße zwischen Fürth und Heppenheim sowie ein Streifen von Hemsbach über Weinheim und Teile von Schriesheim bis hin nach Neckargemünd, Gaiberg und Schönau (Rhein-Neckar-Kreis).
Insgesamt noch drei Gebiete in Baden-Württemberg für Endlagerung im Gespräch
Nach der Prüfung der BGE sind noch drei Gebiete in Baden-Württemberg im Gespräch als mögliche Endlager-Stätten. Neben der Gegend zwischen Heidelberg-Ziegelhausen und Schönau sind das ein Teil des Schwarzwaldes und ein Teil der Schwäbischen Alb. Ob diese Flächen tatsächlich in die engere Auswahl kommen, ist aber noch völlig offen. Es gibt auch Regionen, die noch nicht geprüft wurden. Die meisten davon liegen in Norddeutschland.
Entscheidung über Standorte noch Jahre entfernt
Bis Ende 2027 will die Bundesgesellschaft für Endlagerung Standortregionen vorschlagen, die anschließend oberirdisch erkundet werden sollen. Über die finale Auswahl entscheidet anschließend der Gesetzgeber. Für die rund 27.000 Kubikmeter Atommüll soll laut Bundesumweltministerium bis spätestens 2050 ein dauerhaftes Endlager gefunden werden – etwa 20 Jahre später als ursprünglich geplant. Wann das Endlager tatsächlich in Betrieb gehen kann, steht bislang noch nicht fest.