Zwischen Schwetzingen und Plankstadt (beide Rhein-Neckar-Kreis) soll ein Geothermie-Kraftwerk gebaut werden - nahe dem Gewerbegebiet und in direkter Nähe bestehender Fernwärmeleitungen. Das neue Erdwärme-Heizwerk soll auf etwa zwei Hektar südlich der B535 zwischen den ehemaligen Tompkins Barracks und der Grenze zu Plankstadt stehen. Hinter dem Vorhaben steht das Unternehmen GeoHardt GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen des Mannheimer Energieversorgers MVV und des Energiekonzerns EnBW.
Die Pläne dazu wurden am Mittwoch vorgestellt, und rund 300 interessierte Bürger konnten ihre Fragen an Verantwortliche der Stadt und der Energiekonzerne stellen. Insgesamt sind laut GeoHardt GmbH bis zu drei Anlagen in der Region vorgesehen, darunter bereits ein Standort in Mannheim-Rheinau.
Die endgültige Entscheidung zum Bauvorhaben fällt jedoch erst im Genehmigungsverfahren durch das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau. Nach der Genehmigung wäre der Beginn der Bohrungen voraussichtlich 2028 möglich, eine Inbetriebnahme ist erst in den 2030er Jahren realistisch.
Bürgerdialog zu Geothermie: Anwohner kritisieren und stellen Fragen
Im Gemeinderat und unter Anwohnern gibt es Vorbehalte gegen das Projekt. Eine Bürgerinitiative warnt vor möglichen Folgen wie Erschütterungen, Rissen an Gebäuden oder Risiken für das Grundwasser. Bereits 2023 gab es bei Tiefenerkundungen in der Region Beschwerden. Laut GeoHardt Geschäftsführer Stefan Ertle sollen allerdings einige Beschädigungen an Fassaden und Straßen schon vor Arbeiten des Unternehmens existiert haben. Andere wurden durch Gutachter geprüft und durch bestehende Versicherungen entschädigt, so Ertle.
Kritisch gesehen wird außerdem, dass viele Entscheidungen nicht durch die Kommunen vor Ort, sondern durch das Land entschieden werden. Einige Bürger empfanden die Informationsveranstaltung daher eher als Austausch und weniger als echte Mitsprachemöglichkeit. Die Initiative fordert vor allem mehr Transparenz und strengere Sicherheitsvorkehrungen, bevor ein möglicher Bau startet.
Einfluss der Kommunen auf Geothermie-Standorte nur begrenzt
GeoHardt sowie die Verantwortlichen der Kommunen betonen, dass die Sorgen der Bürger gehört werden. Gleichzeitig verweisen sie darauf, dass die Entscheidung über das Projekt nicht auf kommunaler Ebene fällt. Die Rolle des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau wurde durch das 2026 in Kraft getretene Geothermie-Beschleunigungsgesetz gestärkt. Beide Kommunen kündigten an, den weiteren Prozess aktiv und kritisch zu begleiten, und die Interessen der Anwohner kontinuierlich einzubringen.