Noch liegen die beiden 45 Meter langen und 80 Tonnen schweren Brückenteile neben der B38. Am 30. August, abends um 22 Uhr, werden zunächst die Kräne aufgebaut, die sie in die Widerlager links und rechts der B38 einpassen sollen. Der eigentliche Einhub der beiden Brückenteile ist dann für nachts um 3 Uhr vorgesehen und soll etwa zwei Stunden dauern. Wenn alles klappt, kann die viel befahrene Bundesstraße am Montagfrüh wieder freigegeben werden.
Eine Brücke aus ressourcenschonenden Materialien
Die beiden Rampen für die Brücke stehen bereits. Auf der Vogelstang-Seite verläuft die Rampe spiralförmig, auf der Franklin-Seite ist sie gerade. Die Brücke ist barrierefrei und soll mindestens 70 Jahre halten. Das Besondere daran: Sie besteht aus ressourcenschonenden Materialien, nämlich vor allem Holz und Carbonbeton, also Kohlenstoffplatten statt der sonst üblichen Stahlgitter. Genau deshalb, und weil sie den Radverkehr in Mannheim fördert, übernimmt der Bund die kompletten Baukosten von rund neun Millionen Euro.
In dieser Größe gibt es so etwas noch nicht in Deutschland.
Um die Brückenteile passgenau einbauen zu können, wurde eigens ein 3D-Scan der B38 angefertigt.
Es ist sehr knifflig, es geht um Millimeter.
Steg verbindet Stadteile Franklin und Vogelstang
Die Brücke dient als schnelle Verbindung zwischen dem neuen Mannheimer Stadtteil Franklin, der auf dem früheren Gelände der US Army entstand, und dem alten Stadtteil Vogelstang. Zu Fuß und per Fahrrad muss man bisher teils mehrere Kilometer zurücklegen, um vom einen in den anderen Stadtteil zu kommen. Die beiden Brückenteile, die Ende August eingebaut werden sollen, wurden am vergangenen Wochenende per Schwertransport angeliefet.
Nach dem Einbau Ende August folgen werden noch die Anschlüsse hergestellt. Die Freigabe ist für November geplant.