Überraschender Eigentümerwechsel

Daniel Hopp kauft ehemaliges Kaufhof-Gebäude in Heidelberg

Das leerstehende Kaufhof-Gebäude am Heidelberger Bismarckplatz hat einen neuen Eigentümer: Daniel Hopp. Was er genau damit vorhat, ist noch nicht bekannt.

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Das leerstehende Gebäude von Galeria Kaufhof am Heidelberger Bismarckplatz hat einen neuen Eigentümer: Daniel Hopp. Der Geschäftsführer der SAP Arena und Gesellschafter der Adler Mannheim hat das ehemalige Kaufhaus in zentraler Lage übernommen. Das gab Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) am Donnerstagabend im Heidelberger Gemeinderat bekannt. Daniel Hopp ist Sohn des Mäzens Dietmar Hopp, dem Mitbegründer des Walldorfer Softwarekonzerns SAP und Gesellschafter der TSG Hoffenheim.

Daniel Hopp und Oberbürgermeister Eckhart Würzner vor dem Kaufhof am Bismarckplatz in Heidelberg
Daniel Hopp und Oberbürgermeister Eckhart Würzner (v.l.n.r.) vor dem Kaufhof am Bismarckplatz in Heidelberg Actris GmbH

Einzelhandel, Gastronomie und öffentliche Nutzung sind angedacht

Intensiv nachgedacht werde über eine Mischung von Einzelhandel, Gastronomie und einer attraktiven öffentlichen Nutzung, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Daniel Hopp und der Stadt Heidelberg. Die Immobilie mit rund 12.500 Quadratmetern Nutzfläche und sechs Etagen gehöre zu den markantesten Adressen im Zentrum der Stadt. Seit der Schließung der Galeria-Kaufhof-Filiale im Januar 2024 stand das Gebäude leer. Als sich abgezeichnet habe, dass sich die geplante Entwicklung nicht umgesetzt werden konnte, habe sich Oberbürgermeister Würzner direkt an Daniel Hopp gewandt - mit dem Ziel, die Entwicklung dieser für Heidelberg zentralen Immobilie auf eine verlässliche Grundlage zu stellen. "Ich habe den Kontakt zu Daniel Hopp gesucht, weil wir hier einen Partner brauchen, der professionell arbeitet, bei uns verwurzelt ist und langfristig denkt", so Eckart Würzner.

Daniel Hopp: Entwicklung des Kaufhofs eine "Herzensangelegenheit"

Der Bismarckplatz sei ein zentraler Anlaufpunkt für viele Menschen der Region, erklärte Daniel Hopp. "Wir werden es mit Sorgfalt entwickeln und unterschiedliche Ideen und Konzepte prüfen. In meiner Heimatstadt ein Gebäude an so zentraler Stelle entwickeln und in Abstimmung mit der Stadt gestalten zu dürfen, ist mir eine Herzensangelegenheit."

Es sei wichtig für die Zukunft der Stadt Heidelberg, dass der Bismarckplatz und das Gebäude des ehemaligen Kaufhofes einer guten Nutzung zugeführt würden, denn:

Wenn an so einer zentralen Stelle in der Stadt eine Ruine steht, dann ist das für den gesamten Stadtteil und für die gesamte Entwicklung der Stadt nicht gut. Und deshalb engagiere ich mich.

Die Actris GmbH werde in den kommenden Wochen erste Konzeptgespräche aufnehmen. Mit der Stadt werde erörtert, welche öffentlichen Nutzungen zu dem Gebäude passen könnten. Die Stadt Heidelberg werde das dann mit dem Gemeinderat abstimmen, so Oberbürgermeister Eckart Würzner: "Es handelt sich um einen absoluten Schlüsselstandort in zentralster Innenstadtlage, an unserem wichtigsten ÖPNV-Knoten und am Eingang zur Hauptstraße. Alle wünschen sich, dass am Bismarckplatz und vor allem in diesem Gebäude nun wieder Leben einkehrt".

Dauer der Kaufhof-Entwicklung ist noch offen

Was den zeitlichen Rahmen angeht, innerhalb dessen die Entwicklung des ehemaligen Kaufhofs abgeschlossen sein könnte, will sich der neue Eigentümer nicht unter Druck setzen. "Das ist kein Sprint, sondern das ist mindestens mal ein Mittelstreckenlauf", so Hopp im SWR-Gespräch. Er rechnet mit bis zu fünf Jahren, die man sich Zeit nehmen müsse, um das Gebäude zu ertüchtigen und umzunutzen - auf ein Jahr hin oder her komme es da nicht an. Wichtig sei, dass es gut werde.


Bisheriger Eigentümer sah keine wirtschaftlich tragfähige Nutzung

Damit hat das Kaufhof-Gebäude innerhalb weniger Monate erneut den Eigentümer gewechselt: Erst im vergangenen September hatte der Unternehmer Sabri Cetrez aus Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) das Haus gekauft. Nur wenige Monate später zog er sich jedoch wieder aus dem Kaufvertrag zurück - vor allem weil die Sanierungskosten sich als deutlich höher herausgestellt haben, als zunächst angenommen. Das teilte Sabri Cetrez dem SWR auf Anfrage mit. Statt der zunächst angenommenen fünf bis zehn Millionen Euro hätten sich die Kosten voraussichtlich auf mehr als das Doppelte belaufen, so Cetrez weiter. Damit sei das Projekt für ihn wirtschaftlich nicht mehr tragfähig gewesen.

Die Kaufhof-Filiale am Bismarckplatz in der Innenstadt von Heidelberg
Die Kaufhof-Filiale am Bismarckplatz in der Innenstadt von Heidelberg wurde 2024 geschlossen. IMAGO / Ralph Peters

Gespräche mit der Stadt Heidelberg spielten auch eine Rolle

Zusätzliche Unsicherheiten ergaben sich auch durch offenbar parallel bekannt gewordene Gespräche über eine mögliche Mit-Nutzung des Gebäudes durch die Stadtbücherei, die mehrere Stockwerke des Gebäudes beansprucht hätte. Für diese Flächen hatte Cetrez schon eigene Interessenten. Auch deshalb habe er eine Rücktrittsmöglichkeit vom Kaufvertrag genutzt. Trotz seines Rückzugs begrüßt der Vorbesitzer die neue Entwicklung.

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