"Haben einiges aufzuholen"

Braucht KI mehr Freiraum? CDU-Politikerin warnt vor zu strengen Regeln

Wie stark soll Künstliche Intelligenz künftig reguliert werden? Die Landesbeauftragte für Digitalisierung fordert mehr Freiraum, um Innovationen zu ermöglichen.

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Von Autor/in Hannes Köhle

Die Digitalisierungsbeauftragte der Landesregierung, Ronja Kemmer (CDU), fordert in der EU mehr Freiraum, um KI-Innovationen zu ermöglichen. Forschung und Unternehmen müssten gestärkt werden, um international mitzuhalten. "Auf der einen Seite muss man Spielregeln definieren. Aber man kann sie vor allem auch global nur dann definieren, wenn man technologisch vorne mit dabei ist und da haben wir auch schon einiges aufzuholen", sagte sie in der SWR-Sendung "Zur Sache! Baden-Württemberg".

"Wenn wir als Gesellschaft glauben, wir zementieren uns ab vom Rest der Welt und dann wird alles nicht so schlimm - ich glaube, das wird nicht die Antwort", sagte Kemmer. Es gehe um "technologische Souveränität". Nur Regulatorik sei nicht die Lösung.

Digitalisierungsbeauftragte will KI-Forschung und Unternehmen fördern

Laut Kemmer muss nun darüber diskutiert werden, was die europäische Antwort ist. Kemmer bemängelt, der Großteil der KI-Entwicklungen finde bisher im Ausland statt. "Wir müssen auch selbst im Stande sein, technologisch souverän zu agieren und dafür brauchen wir Forschung, dafür brauchen wir Unternehmen."Das sei wichtig, denn nur wer selbst Technologieführer ist, könne die Regelungen festlegen: "Ansonsten wird uns auch global bei den Spielregeln niemand folgen", sagte Kemmer.

Wo hilft uns Künstliche Intelligenz wirklich? Wo liegen ihre Grenzen? Und wie können sich Verbraucher vor den Gefahren schützen? Darüber wurde in der Sendung "Zur Sache! Baden-Württemberg" diskutiert:

Erstes weltweites Gesetz zur KI-Regulierung kommt von der EU

Die Europäische Union hat vor zwei Jahren den "AI Act" beschlossen. Dieser ist weltweit das erste Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Damit wird KI in der Europäischen Union schärfer und einheitlich reguliert. Grundrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sollen so besser beim Umgang mit der Technologie geschützt werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass die KI-Systeme von Menschen überwacht werden und nicht nur von Technologien.

Umfang der KI-Verordnung findet Kemmer "schon sehr sehr groß"

Das Gesetz wird schrittweise umgesetzt. Zum Beispiel gelten seit August letzten Jahres strengere Regeln, wenn es um das Urheberrecht geht. Anbieter großer leistungsfähiger KI-Modelle müssen seitdem offenlegen, welche Websites sie nutzen, um auf urheberrechtlich geschützte Werke zuzugreifen. Das soll Künstler- und Musikproduzenten besser schützen, wenn KIs Musik, Videos oder Illustrationen nutzen, um neue Inhalte zu erstellen.

USA gehen bei KI-Regelung einen anderen Weg als die EU

Die USA gehen unter Donald Trump einen ganz anderen Weg. Der US-Präsident hat letztes Jahr seinen KI-Plan vorgestellt: Er setzt stark auf Deregulierung. Auf die Weise soll sichergestellt werden, dass die USA das größte und schnellste KI-System der Welt entwickelten, erklärte Trump.

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Hannes Köhle
Hannes Köhle ist Teil des Teams von "Zur Sache! Baden-Württemberg".