Mit zehn Jahren entdeckt Thomas Göring seine Leidenschaft für BMX: den Radsport mit den kleinen Fahrrädern und hochgezogenen Lenkern. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt der 55-Jährige heute. Mit KHE Bikes in Dettenheim (Landkreis Karlsruhe) gehört ihm die älteste BMX-Firma Deutschlands. Die Tricks auf seinem BMX-Rad hat er immer noch drauf.
Beim BMX-Freestyle ist das Gute: Jeder kann machen, was er will. Dadurch kommen coole neue Tricks zustande. Das macht es echt interessant.
Die 80er: Der BMX-Boom kommt mit E.T. nach Deutschland
"Nach Hause telefonieren" möchte das Alien E.T. im gleichnamigen Film 1982. Damit das klappt, fahren die Kinder auf ihren BMX-Rädern mit E.T. vorne im Korb durch den Wald. Der Erfolg des Films macht BMX auch in Deutschland populär. Der zehnjährige Thomas Göring ist begeistert. Für 199 D-Mark kauft er sein erstes BMX-Bike im Karstadt - und fängt an zu trainieren.
"Man hat sich gegenseitig hochgepusht", erzählt Thomas Göring. "Wenn der eine Freund etwas gelernt hat, wollte man wieder eins draufsetzen." Und das schafft er: Mit seinem Freestyle gewinnt Thomas Göring 1990 den vierten Platz bei der Weltmeisterschaft. Und wird deutscher Vizemeister. Als Pionier und BMXer der ersten Stunde ist er dieses Jahr in die BMX Hall of Fame eingegangen.
Vom Hobby zum Beruf: Die heute älteste BMX-Firma Deutschlands
Doch zu Beginn sind BMX-Teile rar in Deutschland. "Da kam die Idee: Da ich gelernter Feinmechaniker bin, habe ich dann selber Pegs gedreht", erklärt Thomas Göring. Pegs sind die kleinen Metallstangen an den Radachsen von BMX-Rädern. Zum Draufstehen bei Tricks. "Dann kamen Freunde und wollten meine Pegs haben", so Thomas Göring. Später verkauft er die selbstgemachten Teile bei Wettbewerben.
Sein älterer Bruder Wolfgang unterstützt die BMX-Leidenschaft von Anfang an. Von seinem ersten Gehalt kauft er die Drehmaschine, um Pegs zu bauen. 1988 gründen die Brüder KHE Bikes. Dafür gibt Wolfgang Göring seinen sicheren Beamtenjob auf. Heute verkaufen die beiden BMX-Räder und Teile in die ganze Welt. "Es war die richtige Entscheidung. Ich hab’s nicht bereut", so Wolfgang Göring. "Es ist einfach Passion."
Ich habe ständig neue Ideen. Mein Bruder muss mich manchmal bremsen. Er hat halt auch die Zahlen im Überblick.
Thomas Göring und BMX: Eine Leidenschaft fürs Leben
40 Jahre später hat Thomas Göring nicht nur eigene BMX-Modelle entwickelt, sondern auch weltweite Patente. Darunter ein Lenker, den man quasi endlos drehen kann, ohne dass sich die Bremskabel verheddern. Das ist wichtig beim sogenannten "Barspin" - ein Klassiker unter den BMX-Tricks. Den beherrscht Thomas Göring auch mit 55 Jahren noch. "Man muss schnell und flexibel sein. Das macht Spaß", so der BMXer. Wie lange will er noch fahren? Solange die Tricks noch funktionieren!