Die Erdbeersaison hat in Baden-Württemberg begonnen. Doch nicht alle Höfe machen den frühen Start mit, dazu ist die Erntemenge in vielen Betrieben noch zu gering. In der frühen Phase bieten sie deshalb Schälchen mit 250 Gramm an. Sie kosten dann zwischen vier und fünf Euro. Die Preise sollen im Laufe der Saison sinken, wenn mehr Erdbeeren geerntet werden können. Dennoch ist zu erwarten, dass Kundinnen und Kunden für heimische Früchte von regionalen Erzeugern tiefer in die Tasche greifen müssen. Was sind die Ursachen und wie können Verbraucher sparen?
Hohe Erdbeerpreise wegen hoher Personalkosten
Nach Angaben des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauern (VSSE) setzt sich der Preis zu etwa 50 Prozent aus Personalkosten und zu 40 Prozent aus Produktionsmitteln wie Erdbeerpflanzen, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und Folien zusammen. Die übrigen 10 Prozent entfallen auf einen Risikoaufschlag, etwa durch Frost oder Schädlinge, sowie auf den Gewinn.
Günstigere Erdbeeren finden Verbraucherinnen und Verbraucher aktuell in Supermärkten und Discountern - dort werden sie teils reduziert für 99 Cent pro 500 Gramm angeboten. "Aktuell befinden sich im Supermarkt Importerdbeeren aus Spanien, Griechenland und Italien, und aufgrund der noch nicht großen Erntemengen noch kaum regionalen Erdbeeren", teilt Simon Schumacher vom VSSE mit. Demnach sind die Produktionskosten in diesen Ländern deutlich günstiger als in Deutschland, einen großen Anteil daran hat der steigende Mindestlohn. Laut Verband liegt etwa der Mindestlohn in Spanien bei 8,63 Euro, in Griechenland bei 5,93 Euro, und in Italien gebe es keinen Mindestlohn. In Deutschland liegt er seit Januar bei 13,90 Euro pro Stunde. Zudem steigen hierzulande die Kosten für Diesel und Düngemittel. Eva Würtenberger, Analystin bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, rechnet deshalb auch innerhalb der Saison mit etwas höheren Preisen als im vergangenen Jahr.
Preise für Erdbeeren schwanken saisonal
Günstiger sind die importieren Erdbeeren laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg aber auch, weil sie in größeren Mengen produziert werden. Lokale Anbieter dagegen würden geringere Mengen ernten bei höheren Personal- und Produktionskosten.
Der Kauf regionaler Erdbeeren hat aus Sicht der Verbraucherschützer Vorteile: Die Erdbeeren seien frisch und reif geerntet und dadurch aromatischer. Manche Landwirte bieten auch an, dass man selbst ernten kann, wodurch der Preis günstiger ist. Hinzu kommt: In den letzten Jahren hat der Erdbeeranbau in Deutschland stark abgenommen. "Um die heimische Landwirtschaft zu stärken und einen gewissen Grad an Selbstversorgung zu gewährleisten, wäre es gut, lokale Ware zu kaufen, wenn man es sich leisten kann", so die Sprecherin weiter.
Grundsätzlich schwanken die Preise saisonal. Man könne deshalb nicht pauschal sagen, dass die Preisunterschiede enorm sind, so die Sprecherin. In der Hauptsaison und bei einer sehr guten lokalen Ernte könnten die Preise im Hofladen oder auf dem Markt günstiger sein als im Supermarkt - oder zumindest konkurrenzfähig.