Am Dienstagnachmittag musste die Feuerwehr zu einem Brand in einer Werkstatt in Schwaigern-Stetten (Kreis Heilbronn) ausrücken. Das rund 200 Quadratmeter große Gebäude eines Landmaschinenhändlers brannte komplett aus. Die Feuerwehr hatte Probleme beim Löschen, weil unter anderem die Werkstatt einsturzgefährdet und instabil ist. Der dichte Rauch war schon von mehreren Kilometern aus zu sehen.
SWR-Reporterin Leonie Kühn war während der Löscharbeiten vor Ort:
Nach Informationen der Polizei konnten sich vier Menschen bei dem Brand rechtzeitig retten. Einer davon musste ins Krankenhaus.
Werkstatt in Schwaigern vor 40 Jahren selbst aufgebaut: Lebenswerk zerstört
Die Besitzer der Halle, Ursula Kölle und ihr Mann, wohnen nur wenige Minuten von der Halle entfernt. Gemeinsam haben sie diese vor rund 40 Jahren selbst gebaut. 30 Jahre lang betrieben sie die Werkstatt, die Kinder halfen mit. Auch heute gehört ihnen die Halle noch, inzwischen haben sie sie allerdings verpachtet.
Das war unser Lebenswerk.
Beim Mittagessen, so schildert es Ursula Kölle im Gespräch mit dem SWR, habe ihr Mann die Rauchwolke entdeckt. Erst habe er gedacht, das sei eine große Gewitterwolke. Dann wurde ihnen klar, da brennt es in Richtung "unserer Halle". Nur wenige Minuten später saß ihr Mann im Auto und soll noch vor der Feuerwehr am Brandort gewesen sein.
Natürlich seien sie emotional stark mit der Halle verbunden, erzählt Kölle weiter. Es sei hart, gerade für ihren Mann, mitanzusehen, wie das, was man so lange aufgebaut und betrieben hatte, in wenigen Minuten völlig zerstört wird.
Sie seien nur froh darüber, dass sich die vier Personen noch aus der Halle retten konnten. In Gedanken seien sie auch bei denen. "Die haben erstmal ihren Arbeitsplatz verloren", so Kölle.
Vier Menschen konnten sich vor Brand retten
Die Polizei hatte die umliegenden Straßen weiträumig abgesperrt. Auch die Landstraße zwischen Schwaigern-Stetten und Brackenheim-Haberschlacht (beide Kreis Heilbronn) musste kurzzeitig in beiden Richtungen gesperrt werden.
Erst nach rund drei Stunden konnte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrollen bringen. Grund dafür war, dass es im Gebäude einen Gas- und einen Öl-Tank gibt. Die Feuerwehr konnte vorerst nicht genau einschätzen, wie sehr diese von den Flammen bedroht waren. Da das Gebäude einsturzgefährdet ist, kann es noch nicht betreten werden.
Durch den Rauch und Gestank sollten Anwohnerinnen und Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten. Messungen ergaben, dass es zu keiner Verunreinigung der Luft oder des Abwassers durch diverse Stoffe kam.
Schaden in Werkstatt durch Brand im Millionenbereich
In der Halle waren unter anderem Maschinen, kleinere Geräte sowie Betriebsstoffe gelagert. Es entstand ein Schaden von rund einer Million Euro. Bei dem Brand wurde auch das Solardach stark beschädigt. Wie es zu dem Feuer kam, ist bislang noch unklar. Aufgrund weiterer Ermittlungen wurde der Brandort nach Anweisung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.