Die Weihnachtsfeiertage bekommen die Schafe auf dem Schafhof Jauernik bei Bretzfeld (Hohenlohekreis) gar nicht wirklich mit. Das Futter kommt auch an den Feiertagen pünktlich. Sobald Valentin Jauernik das Tor zum Stall aufmacht, geht das Geblöke los. Aber bereits ein paar Heugabeln später herrscht schon wieder gefräßige Stille.
Ein kleines bisschen Weihnachtsstimmung gab es für die Schafe aber im Vorfeld: Ein Kindergarten war für eine Weihnachtsfeier auf dem Hof. In den vergangenen Jahren ging es mit einige Schafen auch mal auf einen Weihnachtsmarkt in der Nähe, aber dafür war dieses Jahr keine Zeit.
Schafe füttern, Saubermachen - und Büroarbeit
Jetzt zu den Feiertagen steht vor allem Füttern und Saubermachen an. Zwei Stunden sind die Jauerniks damit beschäftigt. Und das zweimal am Tag. Da ist Arbeitsteilung angesagt: Oma und Opa Jauernik gehen mit den Enkeln in den Stall und füttern die Tiere. Der Rest kümmert sich um das eigene Festtagsessen.
Für die Schafe herrscht über die Feiertage bis ins neue Jahr Schonzeit. Die meisten von ihnen sind hochträchtig, ab Januar kommen dann die ersten Lämmer zur Welt. Auf die Weide geht es nicht mehr. Jetzt langweilt sich vor allem Hofhund Hank. Sind die Schafe im Stall, ist er mehr oder weniger arbeitslos.
Auch die Jauerniks haben es über die Feiertage einfacher, da es bei ihnen Schafsmilch nur saisonal gibt. Erst Anfang März, wenn die Lämmer alt genug sind, wird wieder gemolken. Bei anderen Betrieben darf das Melken auch an Heiligabend nicht ausfallen.
Heißt nicht, dass es nichts zu tun gibt: Jetzt stehen Reparaturen am Radlader an, ein neues Carport will gebaut werden. Und natürlich die Büroarbeit und die Planung für das neue Jahr muss gemacht werden. Aber da sagt Valentin Jauernik selbst: Spätestens nach drei Stunden auf dem Bürostuhl zieht es ihn wieder raus in den Stall.
Durchschnaufen im Stall: Keine Seuchen, kein Wolf
Auch ansonsten können Schäfer und Schafe zur Zeit ruhig schlafen: Kein Wolf, keine Seuche zieht aktuell - zumindest im Hohenlohekreis - umher. Anfang des Jahres wurde zwar ein Wolf gesichtet und dessen Spuren später auch nachgewiesen. Doch bald darauf war er auch schon wieder verschwunden.
Und auch in Sachen Blauzungenkrankheit ist die Lage zur Zeit entspannt. Ende 2024 sorgte noch eine Mutation des Virus für hohe Verluste - auch bei den Jauerniks. "Riesenprobleme" habe das Virus in der Region verursacht, berichtet Valentin Jauernik. Die Befürchtung war groß, dass sich die Krankheit im Frühjahr wieder ausbreitet. Da sie durch Mücken übertragen wird, ist das Virus vor allem zur warmen Jahreszeit aktiv.
Doch auch hier Aufatmen: Eine angepasste Impfung hat sich als sehr wirksam rausgestellt. Mittlerweile sind alle Schafe zweimal immunisiert worden. Seither ist Ruhe.