Der Verpackungsmaschinen-Hersteller Optima hat am Stammsitz in Schwäbisch Hall mehrere Millionen Euro in eine neue Fertigung investiert. Sie soll das Unternehmen unabhängiger von Lieferanten und schneller machen. Etwa ein Drittel aller Teile soll hier hergestellt werden. Insbesondere die, die es nicht so einfach am Markt zu kaufen gibt.
"Stellen Sie sich vor, ein Kunde aus der Pharmaindustrie kann einen Impfstoff nicht abfüllen, weil ein Sonderteil defekt ist", sagt Geschäftsführer Heiko Funk. Wenn dieser nicht schnell ein Ersatzteil bekomme, sei womöglich die ganze teure Charge hinüber. Mit der eigenen Teilefertigung könne Optima auf solche Situationen sehr schnell reagieren, so Funk.
Hightech auf 6.000 Quadratmetern
Eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis das ehemalige Baumarktgebäude vollständig zur neuen Teilefertigung umgebaut war. Etwa drei Millionen Euro wurden investiert. Rund 115 Mitarbeitende arbeiten an riesigen 3D-Druckern und anderen Maschinen. Zum Beispiel werden mit einer vollautomatischen Laseranlage bis zu 20.000 Euro teure Kühlplatten für Gefriertrockner hergestellt. Wobei dies nur ein kleiner Teil der Fertigung ist.
Präzision spielt bei Optima eine besondere Rolle. Das Qualitätsmanagement überwacht, dass die strengen Vorgaben der Kundinnen und Kunden eingehalten werden. "Wir messen bis zu einem tausendsten Teil eines Millimeters", sagt Kai Lutz von der Qualitätssicherung. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist 70-mal so dick. Perspektivisch will Optima auch 3D-Edelstahldrucker anschaffen. Noch gebe es aber nicht genug Nachfrage für entsprechende Teile, so Heiko Funk.
Betriebsgeheimnisse sollen geheim bleiben
Ein Aspekt, warum Optima auf eine eigene Fertigung setzt, sind Betriebsgeheimnisse, erklärt Geschäftsführer Funk. Know-how in sensiblen Bereichen kann im eigenen Haus besser geschützt werden.
Es ist keine Selbstverständlichkeit, in eine Teilefertigung an einem Hochkostenstandort wie Deutschland zu investieren.
Insgesamt sei es Optima gelungen, mit der neuen Fertigung einen Dreiklang aus Qualität, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu erfüllen. Die Investition sei auch ein Bekenntnis zu Deutschland, Schwäbisch Hall und den Beschäftigen, so Funk.
Optima wächst weiter - Erste Präsenz in den Benelux-Ländern
In den vergangenen Jahren hat Optima in Deutschland aber auch im Ausland weiter investiert. Unter anderem in ein neues Ausbildungszentrum in Schwäbisch Hall. Jüngster Zukauf ist die niederländische Total Plant Solution Group. Das Unternehmen mit 20 Beschäftigten ist die erste lokale Präsenz von Optima in den Benelux-Ländern.