Die Krise beim Autobauer Audi mit einem Werk in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) geht weiter. Wie am Montag bekannt wurde, hat Audi im dritten Quartal fast ein Fünftel weniger Autos an seine Kundinnen und Kunden ausgeliefert. Im zweiten Quartal hatte der Rückgang noch bei rund acht Prozent gelegen.
Schlechte Zahlen: Weitere Sparmaßnahmen bei Audi drohen
Konkret gab es beim Autobauer im dritten Quartal ein Minus von 19,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wie alle deutschen Hersteller leidet die VW-Tochter unter dem harten Wettbewerb und schwächelnden Markt in China. Zudem treffen die US-Zölle den Autobauer besonders hart, weil er – anders als beispielsweise BMW - keine eigene Produktion in den USA hat. In den ersten neun Monaten des Jahres hat Audi in China knapp ein Viertel und in den USA rund ein Sechstel weniger Autos verkauft.
Nach Angaben eines Sprechers wurden in den vergangenen neun Monaten knapp 125.000 Fahrzeuge aus Neckarsulmer Produktion an Kundinnen und Kunden übergeben. Besonders beliebt sei der neue Audi RS 5 gewesen. Nie zuvor hätte ein RS-Modell von Audi einen so erfolgreichen Marktstart gehabt.
Insgesamt kämpft der Audi-Standort Neckarsulm aber mit der nach wie vor schwachen Nachfrage. Dazu hieß es, dass Volkswagen wohl plant die Produktion des A8 ins Porsche-Werk Leipzig zu verlagern. Zudem drohen weitere Sparmaßnahmen, auch weil Audi die "Schlechtwetterklausel" gezogen hat.
Audi: Sparmaßnahmen trotz hohen Gewinnen
Nur auf dem heimischen Markt und in Europa gab es bei Audi im dritten Quartal ein Plus, vor allem in Spanien und Italien. Bei den vollelektrischen Audi-Modellen gehen die Verkaufszahlen ebenfalls weiter nach oben.
Wie andere Autobauer auch, macht Audi weiterhin Gewinne in Milliardenhöhe, trotzdem laufen in der gesamten Branche Sparprogramme und Umstrukturierungen. Die hohen Gewinne brauchen die Hersteller eigenen Angaben nach, um in den Umbau zur Elektromobilität und in neue Technologien zu investieren.