Neue Fertigung am Stammsitz in Schwäbisch Hall

Kühlplatten für Gefriertrockner: Optima investiert Millionen für eigene Unabhängigkeit

Die Abhängigkeit von Lieferanten, insbesondere aus dem Ausland, kann empfindliche Folgen für Maschinenbauer haben. Optima zeigt, warum sich "made in Germany" auch in Krisenzeiten lohnt.

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Von Autor/in Raphael Moos

Der Verpackungsmaschinen-Hersteller Optima hat am Stammsitz in Schwäbisch Hall mehrere Millionen Euro in eine neue Fertigung investiert. Sie soll das Unternehmen unabhängiger von Lieferanten und schneller machen. Etwa ein Drittel aller Teile soll hier hergestellt werden. Insbesondere die, die es nicht so einfach am Markt zu kaufen gibt.

"Stellen Sie sich vor, ein Kunde aus der Pharmaindustrie kann einen Impfstoff nicht abfüllen, weil ein Sonderteil defekt ist", sagt Geschäftsführer Heiko Funk. Wenn dieser nicht schnell ein Ersatzteil bekomme, sei womöglich die ganze teure Charge hinüber. Mit der eigenen Teilefertigung könne Optima auf solche Situationen sehr schnell reagieren, so Funk.

Hightech auf 6.000 Quadratmetern

Eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis das ehemalige Baumarktgebäude vollständig zur neuen Teilefertigung umgebaut war. Etwa drei Millionen Euro wurden investiert. Rund 115 Mitarbeitende arbeiten an riesigen 3D-Druckern und anderen Maschinen. Zum Beispiel werden mit einer vollautomatischen Laseranlage bis zu 20.000 Euro teure Kühlplatten für Gefriertrockner hergestellt. Wobei dies nur ein kleiner Teil der Fertigung ist.

In der 3D-Druckerei säubert Guido Vollmer fertige Teile.
In der 3D-Druckerei säubert Guido Vollmer fertige Teile. Bild in Detailansicht öffnen
Nils Göltenboth und Bernd Schroff vor einer Laseranlage, die Kühlplatten bearbeitet.
Nils Göltenboth und Bernd Schroff vor einer Laseranlage, die Kühlplatten bearbeitet. Bild in Detailansicht öffnen
Zur Kundschaft von Optima gehören die Globalplayer der Pharma-Industrie. Zum Beispiel für Maschinen, die Impfstoffe abfüllen.
Zur Kundschaft von Optima gehören die Globalplayer der Pharma-Industrie. Zum Beispiel für Maschinen, die Impfstoffe abfüllen. Bild in Detailansicht öffnen
Zeitkritische Teile werden im Bereich der Schnellfertigung produziert.
Zeitkritische Teile werden im Bereich der Schnellfertigung produziert. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Maschine zur Bearbeitung von Edelstahl-Teilen.
Eine Maschine zur Bearbeitung von Edelstahl-Teilen. Bild in Detailansicht öffnen
Offizielle Einweihung der neuen Teilefertigung am 22. Januar 2026.
Offizielle Einweihung der neuen Teilefertigung am 22. Januar 2026. Bild in Detailansicht öffnen
Optima weiht neue Teilefertigung in Schwäbisch Hall ein
Heiko Funk, Geschäftsführer von Optima Materials Management Bild in Detailansicht öffnen

Präzision spielt bei Optima eine besondere Rolle. Das Qualitätsmanagement überwacht, dass die strengen Vorgaben der Kundinnen und Kunden eingehalten werden. "Wir messen bis zu einem tausendsten Teil eines Millimeters", sagt Kai Lutz von der Qualitätssicherung. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist 70-mal so dick. Perspektivisch will Optima auch 3D-Edelstahldrucker anschaffen. Noch gebe es aber nicht genug Nachfrage für entsprechende Teile, so Heiko Funk.

Betriebsgeheimnisse sollen geheim bleiben

Ein Aspekt, warum Optima auf eine eigene Fertigung setzt, sind Betriebsgeheimnisse, erklärt Geschäftsführer Funk. Know-how in sensiblen Bereichen kann im eigenen Haus besser geschützt werden.

Es ist keine Selbstverständlichkeit, in eine Teilefertigung an einem Hochkostenstandort wie Deutschland zu investieren.

Insgesamt sei es Optima gelungen, mit der neuen Fertigung einen Dreiklang aus Qualität, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu erfüllen. Die Investition sei auch ein Bekenntnis zu Deutschland, Schwäbisch Hall und den Beschäftigen, so Funk.

Optima wächst weiter - Erste Präsenz in den Benelux-Ländern

In den vergangenen Jahren hat Optima in Deutschland aber auch im Ausland weiter investiert. Unter anderem in ein neues Ausbildungszentrum in Schwäbisch Hall. Jüngster Zukauf ist die niederländische Total Plant Solution Group. Das Unternehmen mit 20 Beschäftigten ist die erste lokale Präsenz von Optima in den Benelux-Ländern.

Total Plant Solution Group B.V. (TPS) in Oldenzaal (Niederlande)
Total Plant Solution Group B.V. (TPS) in Oldenzaal (Niederlande) Pressestelle Optima
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Raphael Moos
Raphael Moos (SWR)

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