Fast drei Jahre nach dem Vorfall hat nun der Prozess am Landgericht Heilbronn gegen den 27-Jährigen begonnen: Er soll einen Stein und einen Schildermast von einer Brücke in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) auf Fahrzeuge geworfen haben. Die Gegenstände trafen ein auf der B27 fahrendes Auto sowie einen Transporter. Zwei Menschen wurden durch Glassplitter verletzt. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Er sei heimtückisch vorgegangen und habe den Tod der Autofahrer herbeiführen wollen.
Steinewerfer: Ermittlungen führten nach Brandenburg
Laut Anklageschrift soll der Mann im September vor drei Jahren zunächst einen mehrere Kilogramm schweren Stein von der acht Meter hohen Brücke geworfen haben. Dieser traf die Frontscheibe eines Transporters, in dem acht Menschen saßen. Durch herumfliegende Glassplitter wurden zwei Menschen in dem Fahrzeug verletzt. Laut Staatsanwaltschaft konnte nur durch eine Schutzfolie auf der Windschutzscheibe Schlimmeres verhindert werden.
Kurz darauf soll der Mann zudem einen drei Meter langen Schildermast von der Brücke geworfen haben. Dieser landete auf der Motorhaube und der Windschutzscheibe eines Autos. Nur durch Glück hielt die Scheibe laut Polizei damals stand. Verletzt wurde niemand. Es sei nur Zufall gewesen, dass die Fahrer nicht die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren hätten, so die Staatsanwaltschaft. Der Tatverdächtige soll bewusst einen "Unglücksfall" herbeigeführt haben wollen.
Der Vorfall liegt inzwischen fast drei Jahre zurück. Im Februar 2026 war bekannt geworden, dass die Ermittler einen Tatverdächtigen festgenommen haben. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft führte eine DNA-Spur auf sichergestellten Gegenständen zu dem damals 26-Jährigen.
DNA-Spur führt zum Tatverdächtigen Gegenstände auf Autos geworfen: Mann wird nach über zwei Jahren festgenommen
Ein 26-Jähriger soll in Neckarsulm mehrere Gegenstände von einer Brücke auf Autos geworfen haben. Jetzt, nach über zwei Jahren, wurde der Mann festgenommen.
Der Mann war zuvor im Zusammenhang mit einem Autodiebstahl in einem anderen Bundesland aufgefallen. Dabei entnommene DNA-Proben konnten laut den Ermittlern den Spuren aus dem Fall in Neckarsulm zugeordnet werden. Weitere Ermittlungen erhärteten den Verdacht, woraufhin ein Haftbefehl erlassen wurde. Festgenommen wurde der Mann schließlich in Frankfurt an der Oder (Brandenburg). Er sitzt seither in Untersuchungshaft.
Am Montag wurde lediglich die Anklage verlesen, der Angeklagte schwieg. Beim nächsten Prozesstag am 28. Juli will er sich dann aber zu den Vorwürfen äußern.
Steine auf Autos werfen gilt als "hochgefährlich"
Bei Steinwürfen auf Straßen spricht die Polizei von seltenen, aber sehr gefährlichen Einzelfällen. Schon vergleichsweise kleine Gegenstände können bei hoher Geschwindigkeit schwere Folgen haben. So hat im vergangenen Sommer ein solcher Steinwurf auf der A6 bei Fichtenau (Kreis Schwäbisch Hall) einen Lastwagenfahrer getroffen. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und überlebte nur knapp.