Nach einem Besuch eines Freibads in Heilbronn Anfang Juli hatten mehrere Erwachsene und Kinder nach eigenen Aussagen Durchfall und Erbrechen. Seitdem wird über Hygiene in Freibädern diskutiert. Die Stadtwerke Heilbronn schreiben auf SWR-Anfrage, dass keine Auffälligkeiten oder Häufungen von Magen-Darm-Erkrankungen bekannt sind, die im Zusammenhang mit einem Freibadbesuch stehen. Die Heilbronner SLK-Kliniken erklären, dass höhere Temperaturen die Vermehrung von Bakterien begünstigen, zum Beispiel auf Lebensmitteln, die zu solchen Beschwerden führen können.
Magen-Darm-Probleme durch verunreinigtes Wasser oder durch Bakterien auf Lebensmitteln?
Nach Angaben einer Besucherin wurde im Kinderbecken des Freibads Kot eines Babys gefunden. Daraufhin sei das Becken gesäubert, zusätzlich gechlort und mit einem Reinigungsgerät bearbeitet worden. Abgelassen worden sei das Wasser direkt danach aber nicht. In den Tagen danach hatten eine Frau, ihre Verwandte und mehrere Kinder Magen-Darm-Probleme. Ein Test im Freibad des Gesundheitsamtes mehrere Tage danach hätte normale Wasserwerte angezeigt. Das Amt vermutete gegenüber der Besucherin, dass die Magen-Darm-Probleme vom Essen kamen.
Laut den Heilbronner SLK-Kliniken sind hohe Temperaturen im Sommer ein Problem für die Hygiene bei Lebensmitteln. Zum Beispiel durch fehlende Kühlketten oder nicht vollständig durchgegartes Grillgut. Dann können hohe Temperaturen zur Vermehrung von Bakterien in Nahrungsmitteln führen. Durchfall und Erbrechen seien häufig auf Infektionen des Magen-Darm-Traktes mit Bakterien zurückzuführen. Schützen könne man sich, indem man unter anderem Essen frisch zubereitet beziehungsweise Zubereitetes im Kühlschrank aufbewahrt.
Hygiene in Freibädern: Regelmäßige Überprüfung soll sicheres Badevergnügen bringen
In den Heilbronner Freibädern werden laut den Stadtwerken die lebensmittelrechtlichen Hygienevorschriften regelmäßig kontrolliert und eingehalten. Gleiches gelte für die Wasserqualität. Es gebe regelmäßige Kontrollen der Wasserwerte sowie eine laufende Aufbereitung und Desinfektion des Badewassers. Alle Reinigungsmaßnahmen werden demnach dokumentiert.
Aus den vergangenen Jahren sind den Stadtwerken keine besonderen Vorfälle bekannt, bei denen es zu einer bestätigten Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen im Zusammenhang mit einem Besuch des Freibads gekommen wäre. Außerdem sei auch die Ansteckungsgefahr mit einem Magen-Darm-Virus in den Sommermonaten hoch. Somit lasse ein zeitlicher Zusammenhang mit einem Freibadbesuch keinen Rückschluss auf die Ursache der Beschwerden zu.