Bei Sonnenschein haben sich am Samstagnachmittag über 1.000 Menschen auf der Festwiese in Brackenheim (Kreis Heilbronn) versammelt, um gegen die geplante Schließung der Notfallpraxis ein Zeichen zu setzen. Zu der Kundgebung war von einer überparteilichen Initiative eingeladen worden. Auch Bürgermeister und Landtagsabgeordnete nahmen an der Veranstaltung teil.
Kommunen bereiten wohl Klage vor
Der Initiator der Veranstaltung, Joachim Esenwein, ist mit der Resonanz sehr zufrieden. Das Vorgehen der Kassenärztlichen Vereinigung gehe an den Bedürfnissen der Menschen vorbei. Er hofft, dass nochmal Bewegung in das Thema kommt. Laut Aussage von Esenwein bereiten betroffene Kommunen derzeit wohl eine Klage gegen die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) vor.
Die Menschen fühlen sich nicht mitgenommen. Die Menschen fühlen sich als Verschiebemasse.
Sorge vor volleren Notaufnahmen
Die Notfallpraxis in Brackenheim habe eine hohe Qualität, auch in der medizinischen Ausstattung. Bei den Öffnungszeiten sei die Praxis allerdings schon "zusammengeschrumpft" worden, so Esenwein.
Es ist ein Skandal, was da passiert.
Die Schließung von Notfallpraxen könnte laut Esenwein und seinen Mitstreitern massive Folgen für die Kliniken im Land haben. Er rechne damit, dass die Notaufnahmen deutlich stärker frequentiert werden und sich die Wartezeiten drastisch verlängern.
Insgesamt plant die KVBW 18 Standorte in Baden-Württemberg zu schließen. Grund dafür sei der Ärztemangel. Acht Praxen hatte die KVBW bereits im Laufe des vergangenen Jahres dauerhaft geschlossen.