Lkw-Fahrer filmen Toten auf A6

Gaffer im Lkw: Wie hoch und praktikabel müssen Schutzwände sein?

Ein tödlicher Unfall auf der A6 beschäftigt auch weiterhin die Polizei. Sie ermittelt gegen und bestraft Gaffer. Doch was können Rettungskräfte der Schaulust entgegensetzen?

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Von Autor/in Raphael Moos

Bei der Heilbronner Polizei laufen die Ermittlungen gegen weitere Gaffer. Sie sollen einen tödlichen Unfall auf der A6 gefilmt haben. "Wir haben Kennzeichen und Videos", sagte ein Sprecher dem SWR. Vier Lkw-Fahrer hatten die Beamten am Freitag schon kurz nach der Unfallstelle auf der A6 bei Bad Rappenau angehalten. Sie sollen über die Sichtschutzwände hinweg Aufnahmen vom Unfallwrack und einem toten Autofahrer gemacht haben.

Nach tödlichem Autobahn-Unfall Sichtschutz angebracht: Ist dieser zu niedrig?

Die Wände, die die Feuerwehren im Sichtschutz einsetzen, sind oft zwischen 180 und 210 Zentimeter hoch. Sie schützen Opfer vor Blicken und Fotos. Außerdem verschaffen sie Rettungskräften den nötigen Abstand, um am Patienten zu arbeiten. In der Regel sind sie hoch genug: Fußgänger oder vorbeifahrende Autos mit Kindern können nicht durchgucken. Lkw-Fahrer allerdings können problemlos im Vorbeifahren darüber filmen.

Dass die Wände nicht höher sind, hat vor allem praktische Gründe, erklärt Jürgen Vogt von der Feuerwehr Heilbronn. Je größer die Wand, desto mehr Angriffsfläche hat der Wind. Sie müssen schnell aufzubauen, leicht und trotzdem stabil sein - außerdem alleine stehen können. Bei einer Neuanschaffung würde die Feuerwehr Heilbronn vermutlich auch höhere Wände in Betracht ziehen. "Die müssten dann aber diese Kriterien erfüllen", sagt Vogt mit Blick auf die Lkw-Gaffer.

Eine Sichtschutzwand der Feuerwehr vor einer Unfallstelle (Archivbild). Ein tödlicher Unfall auf der A6 beschäftigt weiterhin die Polizei. Sie ermittelt gegen Gaffer.
Eine Sichtschutzwand der Feuerwehr: Bei einem Unfall gibt es eigentlich keine Chance für Gaffer. picture alliance/dpa | Julian Stähle

Wer verfolgt Gaffer nach Unfall? Polizei müsse sich darum kümmern

Allerdings habe für ihn das Aufstellen solcher Wände und Kümmern um Gaffer keine Priorität. Als Erstes müsse es an einer Unfallstelle um die Rettung gehen. Der Sichtschutz sei nachrangig, so Vogt. Dass andere Feuerwehren Gaffer mit Wasser bespritzen, wie vor ein paar Jahren bei Würzburg, findet er Zeitverschwendung. Die Verfolgung von Schaulustigen sei Sache der Polizei, so Vogt weiter.

Am Freitagnachmittag war auf der A6 der Fahrer eines Sattelzugs in ein Stauende gefahren. Er schob einen weiteren Laster auf ein Auto, welches wiederum in einen weiteren Lkw gedrückt wurde. Der Autofahrer starb noch vor Ort. Der mutmaßliche Unfallverursacher wurde lebensgefährlich verletzt. Er ist laut Polizei weiter im Krankenhaus.

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