Fisch und Fleisch und ganz viel Freude über traditionelles Festtagsessen - an Weihnachten und Silvester landen bei vielen Familien wieder Klassiker auf dem Tisch: Ob es die knusprige Weihnachtsgans ist, der saftige Braten oder auch mal ein frischer Karpfen oder ein anderer edler Fisch. Die Nachfrage zieht spürbar an. Davon profitieren vor allem regionale Erzeuger wie der Geflügelhof Stahl in Gundelsheim oder auch Fisch Seybold in Lauffen (beide Kreis Heilbronn). Doch es läuft nicht alles reibungslos.
Die Gans bleibt der Klassiker an Weihnachten
Die Tage vor Weihnachten sind für viele Betriebe die arbeitsreichste Zeit des Jahres. "Gerade zu Weihnachten ist es den Kunden wichtig, regional und hohe Qualität zu kaufen", sagt Rüdiger Stahl vom gleichnamigen Hofgut. Die Menschen planten bewusster, wollten wissen, woher ihre Lebensmittel stammen und seien auch bereit, dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
Und er bestätigt: "Die Leute kaufen wieder gefühlt etwas mehr regional ein." Besonders gefragt sei zur Weihnachtszeit immer noch die Gans.
Die Gans ist natürlich der Renner.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sei die Nachfrage hoch. Denn als Mitte November die Vogelgrippe wieder zum Thema wurde, mussten die Tiere erneut im Stall gehalten werden. Gerade für Gänse, die sonst rund um die Uhr im Freien sind, bedeute das eine enorme Umstellung. "Das war Stress für die Tiere", so Stahl. Sie hätten weniger zugenommen, manche hätten sich sogar die Federn ausgerissen. Das Ergebnis: etwas geringere Schlachtgewichte.
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Edler Fisch gefragt - Restaurant bleibt trotzdem geschlossen
Auch beim Fisch ist das Interesse vor den Feiertagen groß. Edle Sorten stehen bei vielen für das Weihnachts- oder Silvestermenü hoch im Kurs. Fischhändler Jürgen Seybold aus Lauffen bestätigt eine stabile Nachfrage. Er spricht vom einem "Niveau der Vorjahre".
Dabei zeigt sich eine ungewöhnliche Situation: Während der Verkauf läuft, bleibt sein Restaurant geschlossen. Der Grund ist ein altbekanntes Problem in der Branche - fehlendes Personal. "Ich habe kein Personal. Das ist also schon katastrophal", sagt Seybold offen.
Die geplante Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie auf sieben Prozent ab dem kommenden Jahr helfe nur bedingt. Das sei "alles recht und schön", aber in der Praxis schwer umzusetzen, wenn "sie keine Leute haben, die den Fisch an den Tisch tragen".