Im Internet werden die blau-grünen Eier teilweise für drei Euro pro Stück angeboten. Frank Tremel aus Bad Mergentheim-Markelsheim (Main-Tauber-Kreis) züchtet die Rasse Araucana seit fast 35 Jahren, er besitzt rund 50 Hühner. Mit seinen Zuchttieren ist er schon Deutscher Meister und Europameister geworden.
Die ersten Küken sind schon da
Die ersten 100 Küken sind in diesem Frühjahr bereits geschlüpft: Bei Frank Tremels Hühnern hat die Brutsaison begonnen. Die Nachfrage nach befruchteten Eiern ist groß. Viele gehen an andere Züchter in ganz Europa, berichtet der leidenschaftliche Hühnerbesitzer. Das hat nicht nur finanzielle Gründe, um seine Futterkosten zu decken: Die Verbreitung der Hühnerrasse ist Tremel ebenso wichtig.
Die Nachfrage ist hoch: "In der Bruteierzeit müssen wir sogar Eier von der Schwiegermutter holen, weil unsere eigenen nicht reichen", lacht der Züchter.
Das grüne Ei macht neugierig
Das Araucana-Huhn ist inzwischen weit bekannt, vor allem wegen seiner ungewöhnlich grün, blau und türkis gefärbten Eier. "Das Araucana-Huhn ist in aller Munde durch das grüne Ei, ganz klar, aber die Rasse ist an sich auch ganz toll“, sagt Tremel. Es sei ein sehr ruhiges und zutrauliches Huhn: "Wenn man sie füttert, dann werden sie zahm." Deshalb sind die Tiere auch besonders für Familien mit Garten attraktiv, die eine eigene Hühnerhaltung beginnen möchten.
Eine Begeisterung für Hühner, die früh begann
Frank Tremel, 49 Jahre alt, züchtet seit Jahrzehnten Hühner. Schon als Kind hatte er eigenes Federvieh, vor etwa 35 Jahren stieß er erstmals auf das grüne Ei. Damals war das grüne Ei noch "eine absolute Besonderheit." Die Begegnung faszinierte ihn - seither züchtet er die Araucana-Rasse mit großer Begeisterung.
Er ist aktiv im Vorstand des Kleintierzuchtvereins und engagiert sich im Sonderverein zur Erhaltung der Araucana-Hühner. "Im Sonderverein ist natürlich unsere Ambition, unsere Rasse gut zu verbreiten, auf der Schau entsprechend zu präsentieren."
Warum die Eier grün und blau sind - und wie sie schmecken
Araucana-Hühner legen blaue bis grünliche Eier wegen eines speziellen Gens namens "Oocyan", das die Eierschalenfarbe beeinflusst. Dieses Gen sorgt dafür, dass der Gallfarbstoff Biliverdin (ein Abbauprodukt von Hämoglobin) bereits im Inneren der Schale abgelagert wird - nicht nur außen, wie bei braunen Eiern. Das Gen ist vermutlich auf südamerikanische Wildhühner zurückzuführen, von denen die Araucana abstammen.
In der Brutsaison von Februar bis Mai gibt es auf dem Hof keine Eier für den Verkauf an Privatkunden. "Weil die kommen in den Brutautomat oder kommen zu anderen Züchtern als Basis für eine neue Zucht."
Und was passiert mit den Eiern, die übrig bleiben? Die werden gegessen. "Die schmecken genauso gut, ich würde sagen, sogar besser, als jedes Ei, was man kauft, weil sie Auslauf im Grünen haben und dementsprechend auch optimale Fütterung bekommen." Für Tremel ist das Besondere daran auch: "Man weiß sein eigenes Produkt zu schätzen."
Doch kein Cholesterin-Wunder?
Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass das grüne Ei kein Cholesterin enthält. Tremel klärt auf: Vor Jahren habe eine Studie belegt, dass das grüne Ei angeblich weniger Cholesterin beinhalte - damals gab es deswegen um das grüne Ei einen regelrechten "Hype", erinnert er sich.
Doch ganz ohne Cholesterin? "Wenn in einem Ei kein Cholesterin drin wäre, würde kein Küken schlüpfen", sagt er entschieden. "Es kann in der Summe etwas weniger Cholesterin im Araucana-Ei sein, aber dass man von einem Cholesterinfreien Ei spricht, ist Humbug."
Nachwuchszüchter stehen in den Startlöchern
Viele aktive Mitglieder hat der Kleintierzuchtverein nicht mehr. Umso mehr freut sich Tremel, dass sich die junge Generation engagiert - eine Seltenheit, sagt er. Seine 13-jährige Tochter Emma ist schon von klein auf bei der Hühnerzucht mit dabei und begeistert sich dafür: "Ich finde das ganze Tier interessant, was man mit denen machen kann, was man von denen bekommen kann, wie man die versorgt." Unter Gleichaltrigen ein seltenes Hobby.
Der 15-jährige Jan besitzt im Kleintierzuchtverein Markelsheim ebenfalls Hühner und Gänse. "Zur Kommunion wollte ich ein Haustier und dann haben wir uns für Hühner entschieden und dann haben wir uns hier eine Zuchtanlage gemietet und haben angefangen." Sein Freund Jonas hat seit er sechs Jahre alt ist Hühner und Hasen. Er ist jeden Tag in der Zuchtanlage, um sich um seine Tiere zu kümmern.