Nach Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn bei Öhringen

Von der A6 auf den Truppenübungsplatz: Ladung wird überwacht

Nach dem Unfall eines Gefahrgut-Transporters auf der A6 bei Öhringen lagert die Chemikalie auf dem Truppenübungsplatz in Hardheim. Wohin sie transportiert wird, ist noch unklar.

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Von Autor/in Marleen Beisheim

Der auf der A6 bei Öhringen (Hohenlohekreis) umgekippte Lkw hatte die gefährliche Chemikalie Butylacrylat geladen. Diese wird laut Polizei derzeit auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis) gelagert. Welchem Chemie-Unternehmen die Ladung gehört, ist nicht bekannt. Nach Angaben der Feuerwehr entscheidet das Unternehmen derzeit, ob das Butylacrylat wie geplant nach Spanien oder zurück in ein Chemiewerk transportiert wird.

Gefahrgut wird in Hardheim überwacht

Butylacrylat ist leicht entzündlich. Um eine Explosion zu verhindern, waren knapp 130 Einsatzkräfte von der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und Spezialisten des Chemiekonzerns BASF vor Ort. Die Chemikalie wurde zunächst aus dem verunglückten Lkw in einen Ersatztanker gepumpt und anschließend nach Hardheim gebracht.

Dort wird nach Angaben der Feuerwehr die Temperatur der Ladung überwacht. Bei zu hohen Temperaturen kann es zu einer gefährlichen Reaktion kommen. Bevor das Butylacrylat weitertransportiert werden kann, muss es laut Polizei erneut umgepumpt werden.

Auch für Menschen kann Butylacrylat gefährlich sein. Das Einatmen der Dämpfe kann unter anderem Brennen und Husten auslösen. Die Einsatzkräfte trugen deshalb bei den Arbeiten an der Unfallstelle Schutzmasken und mussten laut Feuerwehr immer wieder Pausen einlegen.

Knapp 300.000 Euro Schaden - Lkw-Fahrer schwer verletzt

Der Gefahrgut-Transporter war am Freitagabend in Fahrtrichtung Mannheim kurz vor der Anschlussstelle Öhringen verunglückt. Zeugen beobachteten nach Angaben der Polizei, dass der Lkw zuvor mehrfach nach rechts und links von der Fahrbahn abgekommen war und mit der Mittelschutzplanke kollidierte. Schließlich kam er nach rechts von der Fahrbahn ab, geriet in die Böschung und kippte auf die Seite.

Die Polizei vermutet, dass der 41-jährige Fahrer einen medizinischen Notfall hatte. Er wurde bei dem Unfall schwer verletzt und musste von Rettungskräften aus der Fahrerkabine befreit werden.

Der Sachschaden am Sattelzug beträgt nach Angaben der Polizei rund 220.000 Euro. An den Schutzplanken entstand ein weiterer Schaden von etwa 70.000 Euro.

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Marleen Beisheim

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