Verpackungen im Straßengraben, alte Reifen am Feldweg, Bauschutt und Elektrogeräte im Wald: Wilder Müll ist im Landkreis Schwäbisch Hall zu einem echten Problem geworden. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind laut Landratsamt bereits mehr als 600 Meldungen dazu eingegangen. Die Folge: Rund 100 Tonnen illegal entsorgter Abfall mussten schon eingesammelt werden. Für den Landkreis ist das nicht nur ein Ärgernis, sondern auch teuer.
100 Tonnen Müll landet in der Natur und verursacht hohe Kosten
Die Vermüllung öffentlicher Flächen beschäftigt die Verantwortlichen seit Jahren. Waren es 2023 noch rund 60 Tonnen an eingesammeltem wilden Müll, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf knapp 150 Tonnen. Die Kosten dafür lagen den Angaben zufolge bei knapp 90.000 Euro. Die Prognose für 2026? Vermutlich noch höher.
Und was irgendwo am Straßenrand oder im Wald landet, muss später aufwendig wieder entfernt werden - auf Kosten der Allgemeinheit. Doch nicht nur das sei ärgerlich. Wilder Müll belastet vor allem Natur und Umwelt, heißt es aus dem Landratsamt: "Achtlos weggeworfene Abfälle [...] können auch eine Gefahr für Menschen und Tiere darstellen", so Landrat Gerhard Bauer.
Scharfkantige Gegenstände, Schadstoffe oder Kunststoffabfälle könnten Verletzungen verursachen sowie Gewässer und Böden belasten.
Kostenlose App: Landkreis setzt auf Hinweise der Bürger
Der Landkreis setzt deshalb auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer wilden Müll entdeckt, kann diesen melden - und zwar über die kostenlose App "Abfallinfo SHA". Dort könne man Fotos und den genauen Standort übermitteln, damit die Abfallwirtschaft möglichst schnell reagieren kann, heißt es.
In Heilbronn-Franken kämpfen Behörden übrigens immer häufiger gegen wilden Müll. Im Main-Tauber-Kreis gibt es jetzt sogar eine "Fangprämie".
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