Für die Meteorologen ist der Sommer 2025 zu Ende. Ein Sommer der Gegensätze - bilanziert die Wetterwarte Süd in Bad Schussenried (Kreis Biberach). Erst sei es ausgesprochen heiß und trocken gewesen, dann aber auch wieder feucht und kühl. Zwischen Juni und August gab es drei Hitzewellen mit Temperaturen von über 30 Grad. Ein verheerender Starkregen traf die Region Riedlingen (Kreis Biberach), in dessen Folge es zu einem schweren Zugunglück mit drei Toten kam. Und ein Hagelunwetter in Sipplingen am Bodensee sorgte für weiße Straßen mitten im Sommer.
Eisbedeckte Fahrbahnen trotz Hitze Hagelkörner einen halben Meter hoch auf den Straßen von Sipplingen
In Sipplingen (Bodenseekreis) hat sich am Dienstag ein Hitzegewitter entladen. Dabei fielen in kurzer Zeit so viele Hagelkörner, dass die Straßen weiß waren.
Sommer 2025 mit drei Hitzewellen zu warm
Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,3 Grad war der Sommer 2025 am Bodensee und in Oberschwaben laut Wetterwarte mehr als zweieinhalb Grad zu warm - verglichen mit den Jahren 1961 bis 1990, dem Bezugszeitraum zur Betrachtung langfristiger Klimaveränderungen.
Kühle Orte in Städten bei Tropenhitze Wo Hitzegeplagte in Oberschwaben und am Bodensee Abkühlung finden
Bei Temperaturen über 30 Grad ist es in Städten oft besonders heiß. Doch für Hitzegeplagte in der Region Bodensee-Oberschwaben gibt es ein paar Möglichkeiten, sich abzukühlen.
Mehr als 830 Stunden Sonnenschein am Bodensee und in Oberschwaben
An insgesamt 52 Tagen stieg die Temperatur auf 25 Grad und mehr. Der 30-jährige Mittelwert liegt bei knapp 41 Tagen. Und 19 Mal maß die Wetterwarte sogenannte Hitzetage mit über 30 Grad (30-jähriger Mittelwert: 11,8 Tage). Von dem schönen Wetter profitierten vor allem die Betreiber von Solaranlagen: Die Sonne schien mehr als 830 Stunden.
Dann legte der Sommer im Juli den Schalter um und legte eine dreiwöchige Pause ein. Feucht-kühle Nordseeluft bestimmte das Wetter am Bodensee und in Oberschwaben.
Es gab ergiebige Regenfälle. Mit schlimmen Folgen wie dem Hangrutsch bei Riedlingen, der mutmaßlich das schwere Zugunglück auslöste. In Radolfzell kam es Ende August zu Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern. Und es gab seltene Wetterphänomene wie eine Wasserhose am Bodensee.
Bisher keine Schäden bekannt Spektakulär: Wasserhose am Bodensee
Am Dienstagmorgen ist über dem Bodensee ein Tornado zu sehen gewesen. Aufnahmen zeigen die Wasserhose vor Kressbronn oder Langenargen. Auch von der Schweiz und Vorarlberg aus war sie zu sehen.
Abgesehen von solchen besonderen Wettereignissen blieben schwere Gewitter in diesem Sommer laut Wetterwarte Süd weitgehend aus. Während der heißen Phasen sei die Luft dafür zu trocken gewesen, in den feucht-kühlen Perioden sei die Luft recht stabil geschichtet gewesen.