Der motorisierte Wassersport belastet die Ökologie der Seen in Deutschland. Das fanden Forscherinnen und Forscher des Limnologischen Instituts der Universität Konstanz und des brandenburgischen Landesamts für Umwelt heraus. Sie hatten die Auswirkungen des zunehmenden Motorbootsports auf Binnenseen unter die Lupe genommen, unter anderem am Bodensee.
Für mehr Ökologie: Höchstgeschwindigkeit und begrenzte Zulassungen
Die meisten Seen in Deutschland befänden sich in keinem guten Zustand, heißt es in der Studie. Eine Ursache sei der Wassersport, der bekanntlich durch Wellenschlag Pflanzen und Tieren im Uferbereich schade. Um den Schaden durch Schiffswellen zu begrenzen, empfehlen die Forscher, die Freizeitschifffahrt zu begrenzen sowie Höchstgeschwindigkeiten und Mindestabstände für Boote vorzugeben.
Im Bereich besonders schützenswerter Flächen sollten zudem spezifische Fahrtrouten und maximale Fahrgeschwindigkeiten vorgeschrieben werden. Und Schiffe sollten ihre Geschwindigkeit deutlich vor Erreichen einer Schutzzone verringern müssen.
Studie: Freizeitschifffahrt verbraucht enorme Flächen und belastet die Umwelt
Doch auch wenn Sportboote und Fahrgastschiffe im Hafen liegen, erzeugen sie Umweltprobleme. So werden Schadstoffe aus herkömmlichen Antifouling-Anstrichen ins Seewasser eingetragen. Vor allem werden aber ökologisch wertvolle Lebensräume in der Uferzone verbraucht, so das Forscherteam.
Das sei besonders eindrücklich am Bodensee. Dort kommen statistisch gesehen auf jeden Quadratkilometer Seefläche 112 Wasserfahrzeuge. Oder anders: Würde man alle Boote gleichmäßig am Ufer des Bodensees verteilen, läge alle fünf Meter ein Boot. Und jeder genehmigte Liegeplatz verbraucht im Mittel 150 Quadratmeter Ufer- und Wasserfläche, für notwendige Infrastruktur wie Häfen, Werftanlagen und ähnliches.
Die Autoren der Studie befürchten, dass eine Intensivierung der Fahrgast- und Sportschifffahrt auf Seen in Deutschland die Belastungen der Uferzonen erheblich steigern wird, wenn keine Maßnahmen zur Lenkung des Bootsverkehrs ergriffen würden.
Wir sehen eine Vielzahl negativer Einflüsse auf die aquatische Umwelt, die wir angesichts des wachsenden Wassertourismus nicht ignorieren können.
Die Studie wurde im Rahmen des Forschungsprojekts "SuBoLakes" (Sustainable Boating on Lakes in Germany) 2021 bis 2025 durchgeführt, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wurde. Für eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit von Sportmotorbooten und umweltfreundlichere Schifffahrt auf dem Bodensee setzt sich seit Jahren auch der Verein heurakaLago ein.
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Am Bodensee kämpft ein Verein für eine umweltfreundlichere Schifffahrt. Er will ein schärferes Tempolimit für Motorboote. Eine Petition hatte noch nicht den gewünschten Erfolg.