Am Ende der Sommerferien fällt die Bilanz in den Urlaubsregionen im Land gemischt aus. Zum einen boomt der Tourismus am Bodensee und im Schwarzwald. Zum anderen haben Betriebe mit steigenden Kosten, sparsamen Gästen und schlechtem Wetter zu kämpfen. Ein Problem bleibt zudem der Fachkräftemangel - zum Beispiel in den Freibädern.
Eigentlich können sich die Übernachtungszahlen am Bodensee sehen lassen. Im ersten Halbjahr gab es rund um den See mehr als vier Millionen Übernachtungen, wie die Internationale Bodensee Tourismus GmbH auf SWR-Nachfrage mitteilt. Das entspricht einem Plus von knapp zwei Prozent. Vor allem der sonnige Juni war stark - mit einem Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In den Ferien: Urlauber achten mehr aufs Geld
Aber die vielen Regentage ab Juli sorgten für Probleme. Gerade Campingplätze und die Außengastronomie klagten deshalb über weniger Gäste, heißt es vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga im Kreis Konstanz.
Jeder, der sein Geschäft im Freien hat, hatte seine Probleme.
Auch im Schwarzwald boomt der Tourismus nach wie vor. Mehr als zehn Millionen Übernachtungen gab es dort im ersten Halbjahr laut Schwarzwald Tourismus GmbH. Gleichzeitig geben viele Urlauber weniger Geld aus. Deshalb kämpfen vor allem kleinere Betriebe mit sinkenden Umsätzen - auch in den Sommerferien.
Regen im Juli sorgt für weniger Besucher in Freibädern
In den Freibädern hat sich das Wetter ebenfalls stark ausgewirkt - und zwar auf unterschiedliche Weise, wie ein Blick nach Ravensburg zeigt: Laut Stadtverwaltung war der sonnige Juni dort der erfolgreichste Monat seit mehr als 15 Jahren. Der verregnete Juli hingegen war einer der schwächsten Monate im selben Zeitraum.
Insgesamt sind die Betreiber der Bäder in der Region Bodensee-Oberschwaben mit der Saison zufrieden. Die Stadt Friedrichshafen mit ihren drei Frei- und Strandbädern zum Beispiel zählte knapp 300.000 Besucherinnen und Besucher - und damit ähnlich viele wie im vergangenen Jahr.
Ein Thema bleibt in fast allen Bädern aber der Personalmangel. Krankmeldungen und überraschende Kündigungen sorgten zum Beispiel in Konstanz dafür, dass das Rheinstrandbad an zwei Tagen geschlossen bleiben musste.
Ausflugsziele am Bodensee sind nach wie vor beliebt
Das unbeständige Wetter hat auch viele Ausflugsziele in der Sommersaison vor Herausforderungen gestellt. Aber nicht überall sind deshalb die Besucherzahlen zurückgegangen. Über mehr Besucher als im Vorjahr freuen sich die Betreiber der Waldwelt Skywalk Allgäu in Scheidegg im Kreis Lindau. Sie verzeichnen ein Plus von 13 Prozent.
Auch die Insel Mainau liegt mit rund 700.000 Gästen deutlich über dem Vorjahresniveau, wie eine Sprecherin mitteilt. Trotzdem seien die Besucher bei schlechtem Wetter zurückhaltender. Und außerdem würden viele Gäste mehr aufs Geld achten.
Rückläufige Besucherzahlen beobachten die Betreiber des Affenbergs in Salem im Bodenseekreis. Gerade mit Bus und Bahn kämen immer weniger Gäste, was sie auf ein wenig attraktives und unzuverlässiges Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel zurückführen.