Der Ravensburger Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagnachmittag nach einer hitzigen Debatte wegweisende Grundsatzentscheidungen getroffen. Die Oberschwabenhalle soll ab 2029 in eine reine Großsporthalle, in der Wettkämpfe stattfinden können, umgebaut werden. Konzerte, Großveranstaltungen und Messen werden dann nicht mehr dort stattfinden.
Früher traten in der Oberschwabenhalle große Stars auf. Doch die Zeiten, dass Thomas Gottschalk und Madonna nach Ravensburg kamen, seien vorbei, so der Ravensburger Oberbürgermeister Daniel Rapp (CDU) in der Sitzung.
Schulsport als Pflichtaufgabe - weite Wege ein Problem
Alle Fraktionen im Gemeinderat betonten in der Debatte, den Schulsport als wichtige Pflichtaufgabe zu sehen und zu fördern. Die Stadt wachse und bis 2035 würden weitere Sporthallenflächen benötigt, so der Ravensburger OB. Daher soll eine neue Großsporthalle nun den dringend benötigten Raum für Sport bieten. Doch es gab auch Kritik. Etwa, weil das für die Schulen zum Teil lange Wege bedeuten wird. Die Verwaltung versprach, das Problem der Wege angehen zu wollen.
OB Rapp hingegen träumte schon von Möglichkeiten, die eine solche Halle biete. So könnten etwa Deutsche Meisterschaften im Karate oder Judo stattfinden. Schließlich habe man Spitzenathletinnen in beiden Sportarten, die aus Ravensburg kommen. Ein FDP-Rat hingegen sprach spöttisch von Purzelbäumen und Yoga, die nun in der Oberschwabenhalle gemacht würden, statt kultureller Großveranstaltungen, die für die Region attraktiv seien.
Die Stadt schätzt, dass der Umbau der Oberschwabenhalle zu einer Sporthalle etwa 16 Millionen Euro kosten wird. Diese Kosten würden laut Stadt bei einer ohnehin in ein paar Jahren anstehenden Sanierung der Halle anfallen, auch wenn sie weiterhin als Kulturhalle genutzt werden würde. Denn die Halle sei fast 70 Jahre alt.
Umgestaltung der Ravensburger Kulturlandschaft
Zudem stimmte der Gemeinderat einem Konzept zu, das vorsieht, dass das Frauentorkino zu den "städtischen Bühnen am Frauentor" umgebaut wird. Dort sollen zwei Bühnen entstehen und das Theater Ravensburg, das Figurentheater sowie weitere kulturelle Akteure ein Zuhause finden. "Das hat das Potential, ein kultureller Leuchtturm in der Region zu werden", so OB Rapp. Der Gemeinderat bewilligte für den kommenden Doppelhaushalt 1,5 Millionen Euro für die Ausstattung dieser Kulturstätten.
Ein Investor baut das alte Kinogebäude um. Die Stadt wird die Flächen dann anmieten. Über Details des Mietvertrags beriet der Gemeinderat im Anschluss an die öffentliche Sitzung am Abend.
Gemeinderat bekennt sich zur Oberschwabenschau
Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Entsiegelung des Außengeländes der Oberschwabenschau. Dieser Platz gehört zu den heißesten der Stadt und ist bei Starkregenereignissen besonders anfällig, weil das Wasser nicht versickern kann. Nun soll dieser Platz in Teilen begrünt werden. Das hat auch Folgen, für die beliebte Verbrauchermesse, die Oberschwabenschau.
Der Gemeinderat hingegen stimmte einem Änderungsantrag der CDU-Fraktion zu, die explizit eine Fortführung der Oberschwabenschau auf dem Gelände ermöglichen soll. Der Veranstalter sei nun an der Reihe, ein Konzept vorzulegen, wie eine wohl etwas kleinere Oberschwabenschau auf dem Außengelände stattfinden könne, ohne die künftige Großsporthalle zu nutzen.
Drescher gegen Umzug der Oberschwabenschau nach Friedrichshafen
Der Veranstalter der Oberschwabenschau, Stephan Drescher, hofft, dass er 2029 die 60. Ausgabe der Oberschwabenschau auf die Beine stellen kann. Einen anderen Ort als in Ravensburg sieht er dafür allerdings nicht. Die Oberschwabenschau hätte eine "gewisse Tradition". Die Veranstaltungsfläche an der Oberschwabenhalle sei ideal für die Oberschwabenschau.
Den Gedankenspielen, ob man es nicht vielleicht auf der grünen Wiese oder an einer anderen Location machen könnte, erteile ich eine Absage.
Neues Kulturraumkonzept Oberschwabenhalle in Ravensburg soll Sporthalle werden
Wo früher große Konzerte, Messen und Fernsehshows stattfanden, soll künftig Sport getrieben werden: Die Stadt Ravensburg will ihre Oberschwabenhalle zur Sporthalle umbauen.
Drescher sagt, er halte auch nichts davon, die Oberschwabenschau nach Friedrichshafen zu verlegen. "Da bin ich mir im Übrigen mit dem Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen einig, dass ist keine Option." In Friedrichshafen gebe es die IBO, in Ravensburg die Oberschwabenschau und so solle es auch bleiben.