Bei einem heftigen Unwetter am Bodensee Anfang September sind viele Bäume beschädigt worden. In Singen (Kreis Konstanz) prüfen Mitarbeiter der Stadtverwaltung aktuell, welche Bäume noch gerettet werden können. Auf der Halbinsel Höri (Kreis Konstanz) ist aufgrund von Sturmschäden immer noch eine Straße für Fahrradfahrer gesperrt - woran sich allerdings viele Radler nicht halten.
Experten überprüfen hunderte Bäume in Singen
Mehr als 300 Bäume im Singener Stadtgebiet gelten als schwer geschädigt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Stadt prüfe bei jedem Baum, ob er trotz schwerer Schäden erhalten werden könne, etwa mit einer gekürzten Krone. So sollen vor allem alte Bäume mit wichtigen Funktionen für das Ökosystem bleiben.
Viele Bäume müssten allerdings gefällt werden. "Die Schäden im Wald belaufen sich jetzt schon auf eine zu fällende vierstellige Festmeteranzahl", heißt es in der Mitteilung. Während die Aufräumarbeiten weiterlaufen, warnt die Stadt vor Gefahren im Wald und in Parkanlagen. Lose Äste oder angeschlagene Stämme könnten weiterhin abbrechen. Auch künftig sind wegen der Schäden zusätzliche Kontrollen und Pflegemaßnahmen an den Bäumen nötig.
Auch beschädigte Bäume sind für Tiere wichtig
Die Franz und Hildegard Rohr-Vogelschutz-Stiftung Bodensee mit Sitz in Radolfzell fordert, nach dem Unwetter am Bodensee grundsätzlich beschädigte Bäume nicht vorschnell aufzugeben. Umgestürzte alte Obstbäume zum Beispiel seien oft Rückzugsorte für Vögel und Fledermäuse. In abgestorbenen Ästen und Totholz fänden Insekten eine Heimat. Baumbesitzer sollen deshalb prüfen, ob sie dicke Stammteile wieder aufrichten oder an anderen Bäumen sichern können.
Was auf den ersten Blick wie 'nur' ein umgestürzter Baum aussieht, kann einen ganzen Mikrokosmos beherbergen.
Radfahrer halten sich nicht an Durchfahrtsverbot
Auf der Halbinsel Höri ist seit dem Unwetter die Mooser Allee für den Fahrradverkehr gesperrt. Die Polizei kontrollierte das Verbot am Wochenende, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Das Ergebnis: Innerhalb von nur einer Stunde erfassten die Beamten 23 Verstöße. Die Fahrradfahrer mussten daraufhin ein Verwarngeld in Höhe von jeweils 25 Euro bezahlen.