Der Hochstetterhof in Biberach ist ein ganz besonderer Ort - vor allem im Herbst. Hier lädt Heinrich Baur, besser bekannt als "Bauer Heini", Familien ein, Kürbisse zu schnitzen und dabei den Alltag auf einem Bauernhof hautnah zu erleben. "Uns ist es wichtig, dass die Leute wieder auf den Hof kommen und sehen, wie Landwirtschaft funktioniert", erklärt Bauer Heini.
Die Kürbisschnitz-Aktion ist nicht nur ein kreativer Spaß für Kinder, sondern auch ein Einblick in den Kreislauf der Natur. "Die Kinder brauchen nur einen Löffel und ein Messer, und schon sind sie beschäftigt", sagt Heini. Die Reste der ausgehöhlten Kürbisse landen auf dem Misthaufen und werden später als Dünger aufs Feld zurückgebracht. "Das ist ein Kreislauf", betont er.
Bauernhof bei Biberach soll "Erlebnisort" sein
Die Kürbisschnitz-Aktion auf dem Hochstetterhof ist ein voller Erfolg. Kinder und Eltern sind begeistert. "Den Kindern macht es brutal Spaß, und das Wetter ist auch wunderbar", sagt eine Mutter. Und die kleine Greta strahlt: "Ich bin zufrieden, weil mein Kürbis jetzt fertig ist und ganz schön hübsch aussieht."
Es ist wichtig, die Leute wieder auf die Höfe zu holen.
Doch "Bauer Heinis" Hof bietet mehr als nur Kürbisse. Auf einem Teil des Geländes hat er Platz für einen Waldkindergarten geschaffen, der den Kleinen das Leben auf dem Land näherbringt. "Früher hatte jeder Zweite Kontakt zur Landwirtschaft, heute ist das nicht mehr so", erklärt Heini. "Deshalb ist es wichtig, die Leute wieder auf die Höfe zu holen."
Auch die Tiere auf dem Hof spielen eine große Rolle. Die Schweine, die auf der Weide herumlaufen und sich im Schlamm suhlen, sind ein Highlight für Besucher. "Wir haben maximal 50 Schweine, und ich habe jeden Tag Sichtkontakt zu jedem Tier", sagt Baur. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass die Tiere irgendwann geschlachtet werden. "Als Nutztier ist das Leben so", sagt er offen.
"Bauer Heini" zeigt sein Leben bei Social-Media
Heinrich Baur und seine Frau Claudia nutzen auch die sozialen Medien, um Menschen für ihren Hof zu begeistern. Auf Instagram teilen sie Videos und Einblicke in ihren Alltag - mit großem Erfolg, die Zugriffszahlen seien hoch, berichtet Claudia Baur stolz. "So können wir zeigen, was wir gut machen, und Menschen auf den Hof bringen." Die Entscheidung, auf Bio-Landwirtschaft umzustellen, fiel bei dem Landwirt erst spät, doch er ist überzeugt: "Das war meine Bestimmung. Es ist unsere Herzenssache."
Bis Halloween können Besucher jeden Tag zum Kürbisschnitzen auf den Hof kommen. Einfach ein Messer mitbringen und los geht’s, wirbt der Bauer: ein Erlebnis, das Natur, Kreativität und Landwirtschaft verbinden soll.