Es gibt einen neuen Stand (27.11.): Inzwischen hat sich der Gesundheitsverbund des Landkreises Konstanz (GLKN) zur Schließung des Herz-Zentrums Bodensee geäußert. Er will aufgrund der gescheiterten Übernahme des Herz-Zentrums eine eigene Herzchirurgie in Konstanz aufbauen.
Nach der Insolvenz des privaten Herz-Zentrums Bodensee galt die Zukunft der Herzchirurgie in Konstanz als gesichert. Der Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) hatte erst vor einigen Wochen angekündigt, die Herzchirurgie im Klinikum Konstanz weiterzuführen. Doch die Verhandlungen über den Verkauf sind gescheitert. Wie der Insolvenzverwalter, die Kanzlei Grub Brugger aus Stuttgart, mitteilte, konnte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung für eine Fortführung des Klinikbetriebs gefunden werden.
In den vergangenen Monaten hätten sowohl die Verhandlungsparteien als auch der Betriebsrat und die Belegschaft des Zentrums mit großer Hingabe und Professionalität für eine Rettung des Hauses gearbeitet, heißt es in einer Mitteilung der Kanzlei. Man müsse der Realität ins Auge sehen und nun in geordneten Strukturen die Stilllegung vorbereiten.
Suche nach Lösung für Patienten und Beschäftigte des Herz-Zentrums
Die rund 150 Beschäftigten seien bereits über die Entscheidung informiert worden. Jetzt soll mit dem Betriebsrat verhandelt werden, um sozialverträgliche Lösungen zu finden. Die verbleibenden Patienten müssten in umliegende Kliniken übergeleitet werden. Die regionale Notfall- und Regelversorgung in Kardiologie und Herzchirurgie werde über benachbarte Häuser sichergestellt.
Betriebsrat des Herz-Zentrums warnte schon vor Versorgungslücke
Der Betriebsrat hatte hinsichtlich der Patientenversorgung bereits direkt nach der Insolvenz Sorge geäußert. Eine Schließung des Zentrums würde für Patienten weite Wege nach Freiburg, Tübingen oder Ulm bedeuten. Bei Notfällen zähle aber jede Minute. Lange Fahrten könnten Leben kosten.
Das Aus des Herz-Zentrums in Konstanz habe jedoch keine Auswirkungen auf den Schweizer Standort Herz-Neuro-Zentrum Bodensee in Münsterlingen (Kanton Thurgau). Das dortige Zentrum führe seinen Betrieb weiter fort, so die Kanzlei Grub Brugger.