Wegen Mordes muss sich demnächst ein 26-jähriger Motorbootfahrer aus Vorarlberg vor Gericht verantworten, der im vergangenen Jahr auf dem Bodensee einen tödlichen Unfall verursacht hat. Ein erster Prozess im April vor dem Landesgericht Feldkirch wegen grob fahrlässiger Tötung wurde abgebrochen, weil sich die Richterin für nicht zuständig sah. Damals brachte sie eine Anklage wegen vorsätzlichen Mordes ins Spiel. Dies muss allerdings in Österreich vor einem Geschworenengericht verhandelt werden. Nun hat die Staatsanwaltschaft laut Vorarlberger Nachrichten Anklage wegen bedingt vorsätzlichen Mordes erhoben.
"Tod des Opfers billigend in Kauf genommen"
Der Angeklagte habe den Tod des Opfers nicht zwingend gewünscht, aber billigend in Kauf genommen, so die Staatsanwaltschaft. Die Anklage ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Bei dem Unfall im Oktober 2025 war das Motorboot vor Bregenz laut Gutachten minutenlang auf das Segelboot des Opfers zugefahren, ohne auszuweichen. Die 57-jährige Seglerin an Bord starb noch vor Ort, ihr Mann konnte sich durch einen Sprung ins Wasser retten.