Sie stehen in kleinen und größeren Grüppchen im Stadtgarten, Blicke und eilig tippende Finger auf dem Bildschirm ihrer Smartphones. Eine Nachfrage, was da los ist, offenbart: Es sind Fans des Handyspiels Pokémon GO, die in dieser Woche auffällig oft in Freiburg anzutreffen sind. Das nach wie vor beliebte Spiel wird dieses Jahr zehn Jahre alt. Und das internationale sogenannte Pokémon-GO-Fest bringt die Fans in diesen Tagen auch hierzulande zusammen.
Für die, die Pokémon GO nicht kennen: Das ist eine Art digitale Schnitzeljagd, bei der kleine Fantasiemonster gefangen und gesammelt werden - die Pokémon. Manche werden sich an die Anime-Serie Pokémon erinnern, an die Spielkarten oder das Gameboy-Spiel. Um die Monster zu finden, müssen Spielerinnen und Spieler rausgehen und verschiedene Orte erkunden. Das Spiel zeigt dafür auf dem Handy eine Landkarte der realen Umgebung.
Pokémon GO sorgt nicht überall für Begeisterung
In der Vergangenheit hat das auch mal zu Konflikten geführt. Zum Beispiel als eifriges Sammln junge Menschen in den Kölner Dom trieb - wovon das Domkapitel lokalen Medien zufolge gar nicht begeistert war. Der Respekt vor Gotteshäusern müsse gewahrt werden, hieß es damals. Ein Ort zum Spielen sei das nicht.
Pokémon Das Phänomen Pokémon
Für viele begann alles gleich: Game Boy einschalten, Starter wählen, Route 1 betreten – und plötzlich war man Teil einer Welt, die man so schnell nicht mehr verlassen wollten.
Zum zehnten Geburtstag in diesem Jahr gibt es verschiedene Aktionen, zum Beispiel das Pokémon-GO-Fest. Dabei versammeln sich Spielerinnen und Spieler, um besonders mächtige und schwere Pokémon gemeinsam zu bezwingen, um sie fangen zu können. Ein zentraler Treffpunkt in Freiburg: der Stadtgarten und die Stadtgartenbrücke. Überwiegend jüngere Leute sind dort unterwegs, aber nicht nur.
Der Höhepunkt des Spielfiebers ist am Wochenende
Ein Spieler heißt Eugen, er spielt Pokémon GO nach eigenen Worten schon seit zehn Jahren. Dabei habe er auch viele Fremde kennengelernt, mit denen er plötzlich zusammen gespielt habe. "Daraus sind auch Freundschaften geworden", sagt er. Mit manchen spiele er jedes Wochenende in Freiburg. Andere Spieler schätzen an Pokémon-GO, dass man nicht auf der Couch sitzt, sondern rausgeht und sich bewegt. Und dass einen irgendwann einfach das Sammelfieber packe.
Der Höhepunkt des Pokémon-GO-Trubels wird jetzt am Wochenende erwartet, wenn Spielerinnen und Spieler weltweit beim Pokémon-GO-Fest gegen besonders mächtige Monster kämpfen. "Dann wird der Stadtgarten voll", sagt Eugen. Er wird natürlich auch dabei sein.