In Freiburg hat die OB-Wahl begonnen. Neben Amtsinhaber Martin Horn (parteilos) stehen acht weitere Kandidierende auf dem Wahlzettel. Es wird spannend. Bleibt Martin Horn noch für eine weitere Amtszeit Oberbürgermeister in Freiburg? Oder gibt es einen Wechsel im Rathaus? Die bestimmenden Themen vor der OB-Wahl waren vor allem Wohnen, Umweltschutz, Bildung und die Verpackungssteuer.
Seit 8 Uhr sind 139 Wahllokale geöffnet. Schon bevor die ersten Stimmzettel in die Urne geworfen wurden, lag die Wahlbeteiligung bei 23 Prozent, teilte die Stadt mit. Denn rund 40.000 Wahlberechtigte haben ihre Stimmen bereits per Brief abgegeben.
Höhere Wahlbeteiligung als 2018 zeichnet sich ab
Um 16:30 Uhr hatten nach Angaben der Stadt Freiburg 28 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen im Wahllokal abgegeben. Zusammen mit der Briefwahl lag die Wahlbeteiligung damit zu diesem Zeitpunkt bei 52 Prozent - und somit bereits über der gesamten Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl 2018 (51 Prozent im ersten Wahlgang).
Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2026 waren es zu diesem Zeitpunkt 68 Prozent, bei der Bundestagswahl 2025 83 Prozent und bei der Gemeinderatswahl 2024 67 Prozent.
Die Stadt rechnet - nach bisherigen Erfahrungen - damit, dass der Andrang in der Stunde vor Schließung des Wahllokals zwischen 17 und 18 Uhr am größten ist. Wer Wartezeiten vermeiden will, sollte möglichst früh kommen.
Wer steht auf dem Wahlzettel bei der OB-Wahl Freiburg?
Amtsinhaber Martin Horn (parteilos) wird als Favorit gehandelt, steht aber an zweiter Stelle auf dem Stimmzettel. Die Reihenfolge der neun Kandidierenden bei der OB-Wahl Freiburg richtet sich nach dem Eingang der Bewerbungen. Horn wird von der SPD unterstützt. Seine wahrscheinlich größte Konkurrentin ist Monika Stein. Bei der letzten OB-Wahl in Freiburg hatte sie im ersten Wahlgang 26 Prozent der Stimmen geholt. Sie ist Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Und sie wird von einem grün-linken Bündnis und damit von der Hälfte im Freiburger Gemeinderat unterstützt. Den Rückhalt der CDU im Gemeinderat hat Achim Wiehle, ein selbständiger Großhändler. Als Unternehmer hat er den Blick auf die Finanzen der Stadt.
Einer von zwei Gemeinderäten der AfD tritt auch zur Wahl an, der Handwerksmeister Karl Schwarz. Er will zum Beispiel ein Amt für Re-Migration in Freiburg schaffen. Ansonsten steht auf dem Stimmzettel auch der Referent für Demokratiebildung Dejan Mihajlović, der auf Bürgerbeteiligung setzt. Und der Freiburger Rechtsanwalt Florian Braune. Er will zum Beispiel kostenlosen Nahverkehr und eine Freiburg-App. Es gibt noch drei Spaßkandidaten. Einer für die Satire-Partei Die Partei. Einer für die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD), arbeitssuchend aus Überzeugung. Und ein Freiburger Student, der gar nicht Oberbürgermeister werden will.
Wer kann bei der OB-Wahl Freiburg wählen?
Insgesamt sind von den 237.000 Einwohnerinnen und Einwohnern 173.007 wahlberechtigt. Auch junge Menschen ab 16 Jahren können bei der OB-Wahl mit abstimmen. Durch die Wahlrechtsreform konnten sich nun auch wohnsitzlose Menschen beim städtischen Wahlamt ins Wahlverzeichnis eintragen lassen.
Für Blinde und Sehbehinderte ist es schwierig. Denn das Freiburger Wahlamt stellt keine Wahlschablonen für sie zur Verfügung. Aus Zeitgründen sei das nicht möglich gewesen, schreibt die Stadt auf SWR-Anfrage. Rund 300 Blinde und mindestens 600 Sehbehinderte Personen sind laut Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden in Freiburg betroffen.
Zur Briefwahl: Das Wahlamt empfiehlt für diejenigen, die zum Fristende am Freitag, 24. April 2026, 18 Uhr, den Antrag gestellt haben, die Unterlagen auf jeden Fall direkt im Wahlamt einzuwerfen. Dort wird erwartet, dass es insgesamt 43.000 Briefwählerinnen und -wähler geben wird. Das ist deutlich mehr als vor acht Jahren. Da waren es bei der OB-Wahl im ersten Wahlgang 26.000.
Wann gibt es in Freiburg am Sonntag Ergebnisse?
Die Wahllokale sind am Sonntag bis 18 Uhr geöffnet. 1.550 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zählen die Stimmen aus. Je nach Wahlbeteiligung rechnet Freiburgs erster Bürgermeister und Wahlleiter Martin Haag gegen 19 Uhr mit ersten Trends. Ein vorläufiges Endergebnis des 1. Wahlgangs wird gegen 19:30 Uhr oder 20 Uhr erwartet. Wer die Auszählung miterleben will, kann auf den Freiburger Rathausplatz kommen. Dort ist eine Bühne aufgebaut. Alle Ergebnisse veröffentlicht die Stadt aber auch zeitgleich im Internet.
Bekommt keiner der Kandidierenden mehr als die Hälfte der Stimmen, also die absolute Mehrheit, findet drei Wochen später, am 17. Mai 2026, eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten Kandidierenden statt. Die erste Amtszeit von Oberbürgermeister Martin Horn läuft am 1. Juli 2026 ab.