Drei vierte Klassen sind am Dienstagmorgen in Begleitung von Lehrerinnen und Eltern mit dem Fahrrad zum Mach‘ Blau Schwimmbad nach Denzlingen (Kreis Emmendingen) gekommen. Dort lernen sie, wie sie in Zukunft jemandem das Leben retten können. Begleitet wird die Aktion von Ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Erste Hilfe für den Ernstfall
Eine Gruppe beginnt mit dem Üben von Herzdruckmassage, stabiler Seitenlage und Notruf. Auch den Defibrillator dürfen die Schülerinnen und Schüler testen. Das sei ganz einfach, denn "das Gerät plappert einem alles vor". In Schulen ist sie öfter, sagt Anja Kraus vom DRK, aber die Zusammenarbeit mit der DLRG sei eine Premiere. Sie möchte den Kindern Wissen so vermitteln, dass sie keine Angst vor Ersthilfe haben und auch den Erwachsenen mit gutem Beispiel voran gehen.
An der zweiten Station zeigen Diana Spieth und ihre Kollegen von der DLRG, wie die Kinder sich gegenseitig abschleppen und aus dem Wasser retten können. Sie üben auch, mit dem Stand-Up-Paddle-Board zu einer hilfesuchenden Person im Wasser zu gelangen.
Wasserrettung von klein auf lernen
Ob im Schwimmbad oder im Baggersee: die Kinder möchten lernen, wie sie ihren Freunden und anderen Kindern im Notfall helfen können. Während Erwachsene häufig sehr vorsichtig seien, sagt Diana Spieth, hätten Kinder meistens viel Spaß, Elan und Neugier: "Ein Kind springt rein und rettet einfach". Sie hat es selbst erlebt, denn vor einigen Jahren rettete ihr Sohn ein Kleinkind aus dem Wasser. Seitdem sind beide bei der DLRG aktiv.
Schwimmunterricht in der Schule reicht nicht aus
Danach dürfen die Kinder spielen, schwimmen, springen. Spannend und spaßig fanden sie die Aktion. Besonders das Abschleppen und die Paddle-Board-Rettung hat ihnen gefallen. Viele von ihnen können schon gut schwimmen, allerdings nicht alle.
Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, einen Schwimmkurs zu machen.
Denn im großen Klassenverband sei es oftmals nicht möglich, Kindern, die keine Unterstützung von zu Hause bekommen, das Schwimmen beizubringen. Man höre immer öfter von Badeunfällen – besonders deshalb ist es Lehrerin Katharina Rauscher wichtig, nicht nur das Schwimmen, sondern auch das Retten bei den Kindern zu fördern.
Aus gemeinsamem Engagement entsteht "Kinder retten Kinder"
Aydin Silcan von der DLRG kennen die Kinder bereits: Er ist Hort- und Kernzeitbetreuer an der Johann-Peter-Hebel Grundschule. Zusammen haben sie viel Spaß, aber er möchte ihnen auch dieses ernste Thema nahebringen. Mit einer kleinen Idee fing es an, erzählt er. Infolge von Absprachen mit Kolleginnen und Kollegen an der Schule und bei der DLRG, dem Schwimmbad und dem DRK ist dann dieser ungewöhnliche Schultag entstanden. Aydin Silcan ist aufgeregt, aber: "Bis jetzt ist alles gut gelaufen. Ich bin froh".