In Bad Dürrheim entsteht ein neuer Ort für selbstbestimmte Jugendarbeit: Im fnCampus entscheiden sie selbst, was dort passiert, planen eigene Aktionen und gestalten das frühere Jugendhaus nach ihren Vorstellungen. Bürgermeister Jonathan Berggötz spricht von „einer zweiten Heimat für Kinder und Jugendliche“.
Was ist der fnCampus?
Der fnCampus in Bad Dürrheim im Schwarzwald-Baar-Kreis ist ein gemeinsames Projekt der Stadt und der forêt noire Stiftung. Die Stiftung wurde vom Furtwanger Ökonom und Unternehmer Tim Moog ins Leben gerufen und unterstützt vor allem Projekte für Kinder und Jugendliche.
So organisieren Jugendliche ihren Treffpunkt selbst
Von Beginn an waren Kinder und Jugendliche beteiligt. In einem Ideenwettbewerb entwickelten sie den Plan für ein Jugendcafé. "Uns geht es jetzt erst einmal darum, einen Ort zu schaffen, an dem sich Jugendliche wohlfühlen – ganz ohne Druck", sagt Heike Reinsch aus dem Vorstand der Stiftung.
Bei der Eröffnungsfeier stehen Noah (18) und Daniel (16) stehen am Siebdruck-Tisch. Sie bedrucken T-Shirts und Jutebeutel mit den Worten "chef*" und "chefin*" - und zeigen damit, wer im fnCampus künftig entscheidet.
Ferienprogramm für alle, die nicht verreisen
Für die Sommerferien hat das Team Stiftung ein Programm mit Open-Air-Kino, Siebdruckaktionen, Graffiti-Session und weiteren Angeboten organisiert. Dabei soll sich auch eine feste Gruppe finden, die das Haus nach den Ferien weiter mitgestaltet. "Die Sommerferien sind eine Zeit, in denen nicht jede Familie in den Urlaub fahren kann, und da wollen wir einen Ort bieten, an den Jugendliche kommen und eine coole Zeit verbringen können", sagt Reinsch.
Daniel möchte möglichst viel Zeit im fnCampus verbringen: "Ich gehe dieses Jahr nicht in Urlaub, deswegen werde ich, wenn es geht, immer hier sein", sagt er. "Es ist eine super Möglichkeit, dass Kinder nicht die ganze Zeit am Handy sind, sondern sich mit Freunden unterhalten." Genau das machen er und sein Freund Noah bereits. Besonders freuen sie sich darauf, gemeinsam Fußball, Volleyball oder Basketball zu spielen.
Liebe Kinder, kapert dieses Haus für euch!
Projekt soll immer weiterentwickelt werden
Der fnCampus vereint Jugendtreff, Projektwerkstatt, Lernort und Begegnungsraum. Schulklassen, Vereine und Initiativen können die Räume gemeinsam mit Jugendlichen nutzen, um eigene Projekte auszuprobieren.
Abgeschlossen sein soll das Projekt bewusst nicht. "Das Fundament ist gelegt", sagt Stifter Tim Moog. Jetzt sollen die Jugendlichen den Ort weiter prägen. Das Team ist gespannt, welche Ideen dort entstehen. "Es ist ein Raum, um Zukunft zu gestalten", sagt Heike Reinsch. Ein Haus für Ideen - und ein Pilotprojekt für die Jugendarbeit in der Region.