Die IG Metall Freiburg kritisiert den geplanten Stellenabbau beim Sensorhersteller SICK in Waldkirch (Kreis Emmendingen). Am Mittwochabend hat die Gewerkschaft mit mehr als 100 Mitarbeitenden des Unternehmens über mögliche weitere Schritte beraten.
Von den angekündigten Jobkürzungen bei der SICK AG sind zunächst vor allem die Standorte in Karlsruhe und Hamburg betroffen. Doch auch ein Stellenabbau an den südbadischen Standorten ist nach Angaben des Unternehmens wahrscheinlich. In Waldkirch, Buchholz, Reute, Denzlingen und Freiburg beschäftigt SICK insgesamt rund 5.000 Menschen. Viele von ihnen machen sich nun Sorgen.
SICK plant zu Stellenabbau Gespräche mit Betriebsräten in Südbaden
Dazu teilte SICK am Donnerstag auf SWR-Nachfrage mit: "Derzeit liegen noch keine konkreten Zahlen zum Umfang eines möglichen Stellenabbaus vor. Hintergrund ist, dass die dafür erforderlichen Gespräche zu den südbadischen Standorten mit den Betriebsräten erst beginnen." Man habe Verständnis, dass die aktuelle Situation bei den Mitarbeitenden für Unsicherheit sorge.
Wenn SICK zu höheren Gewinnen zurückkehren will, dann braucht es dafür die Grundlage der starken Belegschaft.
120 SICK-Beschäftigte neu in die IG-Metall eingetreten
Laut Norbert Göbelsmann, dem Geschäftsführer der IG-Metall Freiburg, sind allein seit Weihnachten über 120 Mitglieder neu in die Gewerkschaft eingetreten. Bei der Versammlung am Mittwochabend haben die IG Metall und SICK-Beschäftigte über mögliche gemeinsame Schritte gesprochen.
Ein Mitarbeiter aus der Softwareentwicklung sagte im Anschluss an das Treffen, er beobachte "eine zunehmend mangelnde Wertschätzung der Mitarbeiter und auch ein Werteverfall". Und ein Kollege aus dem Bereich IT bemängelte: "Ich vermisse die Menschlichkeit. Man ist bis jetzt durch alle Krisen gekommen und hat immer versucht, Kündigungen zu vermeiden, einen anderen Weg zu finden, und es ist sehr traurig zu sehen, dass dieser Spirit jetzt offenbar verloren gegangen ist."
Mehrere Standorte deutschlandweit betroffen Waldkircher Sensorhersteller SICK plant umfangreichen Stellenabbau
Die SICK AG beschäftigt rund 5.000 Menschen allein an den südbadischen Standorten. Jetzt droht ein Stellenabbau. Doch geht es dem Unternehmen wirklich so schlecht?
Mitarbeiter sammeln Ideen für die Zukunft des Unternehmens
Ziel sei es nun, in weiteren Mitgliederversammlungen die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken und so die Arbeitsplätze der SICK-Belegschaft zu sichern, so Göbelsmann. "Dafür haben die Beschäftigten eine Menge Ideen, die realistisch sind, die da anpacken, wo es nötig ist und wo es auch was bewirkt, weil sie sich einfach auskennen mit ihrer Arbeit, mit dem Geschäft, mit den Kunden."
Man wolle sich nach Kräften dafür einsetzen, alle Arbeitsplätze zu verteidigen, sagte der Gewerkschafter. Ein Personalabbau mache das Unternehmen nicht automatisch zukunftsfähig. Es sei ein gemeinsamer Kampagnenplan vereinbart worden. Dieser beinhalte, mit allen Beschäftigten ins Gespräch zu gehen und weitere Ideen zu sammeln. "Wir bestehen gemeinsam darauf, dass gute Vorschläge der Beschäftigten in eine Lösung eingehen", betont Göbelsmann.