Kann Alkohol dazu beitragen, sich besser in einer Fremdsprache auszudrücken? Wissenschaftler fanden heraus, dass dies unter bestimmten Bedingungen tatsächlich der Fall sein kann. Das Forschungsteam, zu dem die Freiburger Psychologen Jessica Werthmann und Fritz Renner gehören, wurde nun in Boston bei der Verleihung der Ig-Nobelpreise ausgezeichnet. Die in Boston verliehenen Preise werden für kuriose Forschung vergeben. Die Ursprungsidee sei 2013 nach einer internationalen Fachtagung in einer Wiener Bar geboren worden, so Jessica Werthmann im SWR-Interview.
Wir haben abends etwas getrunken und festgestellt, dass es leichter fiel, sich auf Englisch zu unterhalten.
Wodka-Drink oder Wasser
Die Studie selbst entstand dann vor acht Jahren. Damals arbeiteten Werthmann und Renner in Maastricht. Das Team lud 50 aus Deutschland stammende Studierende ein. Eine Gruppe bekam einen Drink mit Wodka und Bitter Lemon, die andere Gruppe nur ein Glas Wasser, so Renner. Danach gab es kurze Gespräche auf Niederländisch, die von Muttersprachlern bewertet wurden. Die Auswertung ergab, dass sich die Studierenden nach dem Alkoholgenuss nicht überschätzten und besser abschnitten. Das hat uns sehr überrascht, so Fritz Renner. Der Universitätslehrer beschäftigt sich üblicherweise vor allem mit Therapiemöglichkeiten für Depressionen.
Forscherin: Wollen nicht zum Trinken animieren
Laut der Wissenschaftler dürfe das Ergebnis aber nicht missinterpretiert werden. Man wolle nicht dazu raten, Alkohol zu trinken, um Fremdsprachen zu sprechen. Bei dem Test in den Niederlanden gab es auch nur eine moderate Alkoholdosis.
Der Preis passt zu der Studie, deren Ergebnis 2017 in einer englischsprachigen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. Sie soll zum Lachen und Nachdenken anregen, so Werthmann. Die an der Uni Freiburg lehrende Psychologin arbeitet eigentlich daran, Therapiemöglichkeiten für Essstörungen zu verbessern.
Spaß-Nobelpreis wird seit 35 Jahren vergeben
Die Spaß-Nobelpreise werden seit 35 Jahren für skurrile Forschungen vergeben. In der US-Ostküstenmetropole kamen zehn wissenschaftliche Studien zum Zuge, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregen" sollen. Das Forscher-Duo freut sich, dass die Studie bisher viele positive Reaktionen ausglöst hat, so Renner im Gespräch mit dem SWR. Die undotierten Spaßpreise wurden von einer Zeitschrift für kuriose Forschung vergeben - bereits zum 35. Mal.