Um neun Uhr fiel der erste Startschuss für das größte Laufevent in Baden-Württemberg: den Freiburg-Marathon. Rund 13.300 Läuferinnen und Läufer starteten am Sonntagmorgen am Messegelände Freiburg und tausende Zuschauerinnen und Zuschauer feuerten sie an. Die Streckenroute von 21 Kilometern führte in und um Freiburg - vom Messegelände Freiburg entlang der Dreisam, durch die Altstadt, über die Blaue Brücke und zurück zur Messe. Dort wurden die Läuferinnen und Läufer von jubelnden Zuschauern empfangen.
Neuer Rekord für Marathon-Läuferin Anja Röttinger
Ein besonderer Moment des Events war der Lauf der 40-jährigen Ärztin Anja Röttinger. Sie stellte nicht nur ihre persönliche Bestleistung auf, sondern brach auch den Streckenrekord. "Ich habe immer gesagt, ich will nach der Geburt meiner Kinder nochmal so schnell sein oder schneller als davor", erzählte sie. Ihr letzter Marathonrekord liege schon über 15 Jahre zurück. Damals sei sie in Berlin gelaufen. "Das ist schon ewig her", sagte Röttinger.
Und jetzt habe ich es geschafft, nach der Geburt von fünf Kindern nochmal schneller zu sein.
Dieses Jahr erreichte sie das Ziel in 2:39:06 Stunden und verbesserte damit ihre Vorjahreszeit von 2:48:44 deutlich. Und das, obwohl es für sie in Freiburg mental schwieriger sei zu laufen. "Ich kenne hier auf jedem Meter Leute. Ich kenne jeden Meter dieser Strecke und jeden Gullideckel. Das setzt mich schon ein bisschen unter Druck", gibt die Läuferin zu. Jetzt freue sie sich vor allem auf gutes Essen mit den Kindern, ein warmes Bad und viel Ruhe.
Omar Tareq gewinnt zum dritten Mal den Freiburg-Marathon
Bei den Männern gewann Omar Tareq zum dritten Mal in Folge. Mit einer Zeit von 2:22:48 Stunden sicherte sich der 33-Jährige erneut den Sieg. In der Region zählt der Sportler zu den besten Langstreckenläufern. Im Halbmarathon schaffte es Enoque Buchegger in 01:08:34 auf Platz eins. Für den Freiburger war dieser Lauf etwas ganz Besonderes: "Hier in der Heimat zu laufen, ist es was ganz Besonderes. Es stehen einfach viele am Rand, feuern einen an und ich hatte das Gefühl, dass ich durchgehend durch die Strecke getragen wurde. Das werde ich nie vergessen und dann auch noch hier den ersten Platz in meiner Heimat zu erreichen."
Bei den Frauen ist die 19-jährige Annika Straub die diesjährige Halbmarathon-Gewinnerin. Für sie war es der zweite Halbmarathon-Wettkampf überhaupt. Besonders die Stimmung in Freiburg habe sie begeistert. "Wenn man hier durchläuft, das ist einfach der Wahnsinn. Es ist einfach unbeschreiblich", erzählt sie.
Gute Stimmung trotz Regenwetter - aber auch weniger Starter
Rund 18.500 Menschen hatten sich für die verschiedenen Distanzen am gesamten Wochenende angemeldet - 2.000 mehr als im Vorjahr. Von den rund 16.500 für die Läufe am Sonntag gemeldeten Teilnehmenden standen laut Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM) schließlich 13.300 an der Startlinie. Warum etwa 3000 Läuferinnen und Läufer nicht an den Start gegangen sind, darüber kann die FWTM nur spekulieren. Mögliche Gründe könnten laut FWTM-Sprecherin Franziska Pankow unter anderem das kalte Wetter, kurzfristige Erkrankung oder einfach der Trainingszustand gewesen sein.
Bereits fünf Monate vor dem Start waren die Strecken über 21 und 42 Kilometer ausgebucht. Auch der AOK-Gesundheitslauf mit zehn Kilometern war komplett belegt. Über die gesamte Strecke verteilt, sorgten 34 Bands und DJs für die nötige Motivation. Schon am Samstag stand der Nachwuchs im Mittelpunkt: Beim Mini-Marathon konnten die Kleinsten erste Wettkampferfahrungen sammeln.
Trotz des regnerischen Wetters war die Stimmung entlang der Strecke ausgelassen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer feuerten die Teilnehmenden mit Musik und Plakaten an. Besonders die Läuferinnen und Läufer zeigten sich begeistert von den Wetterbedingungen: Viele, darunter auch die Siegerinnen und Sieger, betonten, dass der leichte Regen ideale Voraussetzungen für den Freiburger-Marathon bot.